8.12.2015 16:57
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Niedrigkohlenstoff-Milchviehbetrieb-Programm
Die französische Milchbranche will einen Beitrag zur Reduzierung des Treibhausgasausstosses leisten. Dazu hat das interprofessionelle Zentrum der Milchwirtschaft (Cniel) unter Mitwirkung des Instituts für Tierzucht (Idele) das Programm „Niedrigkohlenstoff-Milchviehbetrieb“ erarbeitet.

Ziel ist es, innerhalb der nächsten zehn Jahre den CO2-Ausstoss auf den Betrieben um ein Fünftel zu reduzieren, gleichzeitig aber auch die ökonomische Leistungsfähigkeit der Höfe zu verbessern.

Anlässlich des noch bis zum 11. Dezember laufenden Weltklimagipfels in Paris wurde ein Diagnose- und Entscheidungshilfeinstrument mit dem Namen „Cap‘2ER“ vorgestellt, das den CO2-Fußabdruck der Milch misst. Primär im Vordergrund stand bei dessen Entwicklung laut Marie-Thérèse Bonneau aus dem Cniel-Verwaltungsrat die Forderung, über ein Instrument zu verfügen, das auf die jeweilige Situation und die konkreten Praktiken auf den Betrieben zugeschnitten ist.

Das jetzt geschaffene Werkzeug ermögliche es jedem Tierhalter, seine Treibhausgasemissionen zu berechnen, die Gründe für deren Entstehung zu vergleichen und Stellschrauben zur Reduzierung des Ausstosses zu identifizieren. Anhand der ersten Ergebnisse auf 1'700 Betrieben konnten laut Cniel die CO2-Emissionen je Liter Standardmilch gemessen werden. Dabei seien pro Liter Milch 1,06 kg CO2 ermittelt worden, aber nur 0,99 kg CO2 in der Nettobilanz, da hierbei noch die Kohlenstoffspeicherung im Boden berücksichtigt worden sei.

Der Massnahmenplan sieht auch Schritte zur Verringerung der Methanemissionen vor. Hierbei werden das Erstkalbealter, die Fütterung der Tiere und tierische Ausscheidungen einschliesslich der Vergärung berücksichtigt. An Massnahmen zur Reduzierung des Lachgasausstosses werden vom Cniel Verbesserungen bei der Düngung und eine stärkerer Anbau von Leguminosen genannt.

CO2-Emissionen könnten auch durch Kraftstoff-, Strom- und Düngemitteleinsparungen erzielt werden. Darüber hinaus rät Cniel den Betrieben, die Kohlenstoffspeicherung der Böden durch Dauergrünland oder temporäres Grünland, durch die Anpflanzung von Hecken und den Anbau von Zwischenfrüchten zu steigern.

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