19.05.2016 06:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Stadt Zürich
Juchhof wird Bio, aber ohne Tiere
Die Stadt Zürich stellt den eigenen Gutsbetrieb „Juchhof“ auf Bio um. Ab 2018 wird zudem die Tierhaltung aufgegeben. Deshalb fallen auch 5 Stellen weg. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt Zürich hervor.

In Zürich werden rund 9 Prozent (810 Hektaren) der Stadtfläche landwirtschaftlich genutzt. Diese Flächen unterteilen sich hauptsächlich in Ackerflächen, Wiesen und extensive Wiesen. Knapp zwei Drittel der Landwirtschaftsflächen sind im Besitz der Stadt. Sie werden durch neun Pachtbetriebe, einzelne Private und den eigenen Gutsbetrieb Juchhof bewirtschaftet. Etwas mehr als die Hälfte der Landwirtschaftsflächen in der Stadt (private und städtische) würden  biologisch bewirtschaftet. «Damit liegt die Stadt Zürich deutlich über dem Wert des Kantons Zürich und der gesamten Schweiz, die bei rund 10 Prozent liegen», heisst es. Die neun städtischen Pachtbetriebe produzieren bereits heute nach biologischen Richtlinien, der städtische Gutsbetrieb Juchhof nach den Richtlinien des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN).

Mit dem Bevölkerungswachstum erhöhe sich auch der Druck auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Auswirkungen und die daraus abgeleiteten Massnahmen für die kommen-den zehn bis fünfzehn Jahre hat Grün Stadt Zürich im Bericht zur Bedeutung und Entwicklung der Landwirtschaft in der Stadt Zürich zusammengefasst. Die städtische Landwirtschaft und deren Dienstleistung für die Stadtbevölkerung sollen sich dabei entlang von vier Leitsätzen vor allem qualitativ entwickeln:

  • Attraktive Landschaft mit guter Erholungswirkung
  • Hochstehende Nahrungsmittelproduktion
  • Lebendige Böden und eine hohe Biodiversität
  • Möglichkeiten zum «Zuschauen und Anpacken» für die Bevölkerung

Mit der vorgesehenen Stossrichtung für mehr «Qualität» sollen Pachtbetriebe und Quartierhöfe gestärkt werden. Zudem sollen alle städtischen Landwirtschaftsbetriebe biologisch produzieren. Bis Ende 2017 will die Stadt darum auch den Gutsbetrieb Juchhof auf Bio umstellen, wofür die Rinder- und Schweinhaltung aufgegeben wird. Eingeengt zwischen Bahngleisen und Bernerstrasse und umgeben von Sportplätzen, sei keine Viehhaltung nach biologischen Kriterien möglich, lautet die Begründung. Weitergeführt werden die Bewirtschaftung der Ackerflächen und extensiven Wiesen, der Obst- und Rebbau, die Naturschulen (Bauernhofschule) sowie die Dienstleistung als landwirtschaftlicher Werkhof. Durch die Umstellung fallen fünf Stellen weg. Den davon be-troffenen Mitarbeitenden werde eine interne Lösung für die berufliche Zukunft angeboten, heisst es.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE