9.11.2018 19:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Vreni Müllener
Bern
In Lauenen wird nicht enthornt
An der Viehschau wurden 150 Kühe aufgeführt – allesamt mit Hörnern. Hörner haben für die Bauern mit Wertschätzung zu tun.

In Lauenen fand kürzlich die kantonale Beständeschau statt. Aufgeführt wurden gegen 150 Kühe, vorwiegend Simmentaler, und einige Swiss Fleckvieh. Von den ortsansässigen 55 Betrieben machten 25 mit und brachten ihre Kühe auf den Parkplatz beim Hotel Geltenhorn, der für diesen Tag zum Viehschauplatz umfunktioniert wird.

Das Spezielle an der Schau war, dass keine enthornten Kühe aufgeführt wurden. Fragte man die Züchter, wie sie zum Horn stehen, erhielt man fast immer die gleiche Antwort: «Aus Achtung und Wertschätzung gegenüber der Natur enthorne ich nicht.»

Eine Ungewissheit

Tiere ins Unterland zu verkaufen, das gehört zu einem Teil des Einkommens der Bergbauern. Wer nicht einen privaten Abnehmer kennt, der in Sachen Hörner die gleiche Meinung vertritt, weiss nicht, ob seine verkaufte Kuh am nächsten Standort enthornt wird oder nicht.

Das ist eine Ungewissheit, die nicht ganz einfach zu ertragen ist, lieben die Bergler doch jedes einzelne ihrer Tiere, nennen es beim Namen und kennen seine Eigenschaften, seine Vorfahren und seine «Mödeli».  

Umverteilung von Geld

In Lauenen gibt es bisher nur einen Freilaufstall, der Besitzer baute diesen bewusst gross genug, damit er nicht enthornen muss. Dass die Bauern entschädigt werden sollen, wenn sie den Kühen die Hörner lassen, das bereitet vielen Mühe, wird dieses Geld doch nur umverteilt und bei anderen Massnahmen eingespart.

Einig ist man sich unter den Lauener Bauern, dass, wenn die Tiere ihre Hörner behalten dürfen, diese gepflegt und geführt werden müssen. Hörner, die aufs Geratewohl wachsen, sind dann definitiv eine gefährliche Angelegenheit.

 

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