28.09.2018 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Fütterung
«GMF setzt falsche Anreize»
Das GMF-Programm soll die Silomaisfütterung limitieren. Geschafft hat es das nicht. Die Schweizer Milchproduzenten fordern deshalb aufgeweichte Silomais-Grenzen. Dies würde Raufutterimporte reduzieren helfen.

«Zusatzbericht zur Gesamtschau zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Agrarpolitik» hat der Bundesrat als Grundlage für die nächste Agrarreform AP 22+ auch das Programm zur graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF) unter die Lupe genommen. 87 Prozent der Milchviehbetriebe nehmen am Programm teil. Bei Betrieben mit Kühen mit weniger als 6000kg Milch sind es sogar 90 Prozent. 

Bisher nicht im GMF

Laut dem Zusatzbericht zeigt GMF nur eine moderate Wirkung bezüglich Gras- und Kraftfutteranteil in der Futterration. Konkret erhalten GMF-Kühe pro Jahr etwa 54 kg Kraftfutter weniger als Nicht-GMF-Kühe. Damit sei belegt, dass GMF dem Trend zu höheren Kraftfuttergaben entgegenwirke. Doch listet der Bericht als Schwachpunkt auf, dass der Effekt auf den Kraftfuttereinsatz zu klein sei und dass die Gras- und Kraftfutterlimite schlecht kontrollierbar sei.

Auf den Silomaisanteil in der Ration hat GMF sogar nahezu keinen Einfluss. Dabei wollte das Programm mit der Limite von 5 Prozent Silomais in der Ration im Tal- und 5 Prozent im Berggebiet bewirken, dass die Kühe statt Silomais Raufutter fressen. Deshalb zählt Silomais bei GMF nicht zum Raufutter. Dies stört viele Bauern, die Kühe mit höherer Milchleistung haben. Sie nehmen nicht am Programm teil–oder füttern gerade in diesem trockenen Jahr statt einheimischem Silomais, der vorhanden wäre, importiertes Raufutter wie Luzerne. 

Mehr Import wegen GMF

Das möchten die Schweizer Milchproduzenten (SMP) ändern. «GMF setzt falsche Anreize», betont Reto Burkhardt von den SMP und fordert Anpassungen: «Heute wird importiertes Raufutter dem Silomais vorgezogen. Dabei soll Schweizer Raufutter im Zentrum stehen – dazu gehört auch der Silomais. Im Talgebiet, wo sein Anbau Sinn macht, soll er verwendet werden können.» Burkhardt würde begrüssen, wenn das auf Verordnungsebene schon vor der AP22+ geregelt würde. 

Laut Laurent Nyffenegger vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bleibt GMF für 2019 jedoch unverändert. Hingegen lässt das BLW bis Anfang 2019 eine GMF-Variante «Verzicht auf Proteinkonzentrate» erarbeiten. «Was unter Proteinkonzentrate fällt, ist Gegenstand einer Studie», sagt Nyffenegger.  «Die GMF-Weiterentwicklung wird mit der AP22+ ein Thema.»

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