13.12.2015 07:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Fast 90 Prozent der Kühe in der Milchleistungsprüfung
Obwohl sich der Strukturwandel in der deutschen Milchviehhaltung immer weiter fortsetzt, ist die Zahl der Kühe in der Milchleistungsprüfung (MLP) im Ende September abgeschlossenen Prüfjahr 2014/15 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,2 % auf 3,71 Millionen Tiere gestiegen.

Wie der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) am vergangenen Donnerstag mitteilte, lag der Anteil der kontrollierten Kühe damit bei 87 %. Verringert hat sich im Berichtszeitraum dagegen erneut die Zahl der kontrollierten Betriebe, und zwar um 2 089 Höfe oder 4,0 % auf 49 496 Unternehmen. Dadurch stieg die durchschnittliche Kuhzahl je Halter rechnerisch um 3,4 Stück auf 75,8 Tiere. Nur moderat angewachsen ist im Vergleich zu früheren Jahren die Milchleistung je Kuh. Laut DLQ gab ein Durchschnittstier 2015 im Bundesgebiet 8 453 kg Milch; das waren 72 kg mehr als im Vorjahr.

Der mittlere Fettgehalt blieb dabei mit 4,07 % unverändert, während der Eiweißgehalt der Milch mit 3,39 % um 0,03 Prozentpunkte etwas unter dem Ergebnis von 2014 blieb. Am produktivsten waren 2014/15 die Kühe in Thüringen mit einer Jahresmilchleistung von 9 505 kg, gefolgt von Berlin-Brandenburg mit 9 425 kg und Mecklenburg-Vorpommern mit 9 394 kg. Dort waren auch die größten Milchkuhherden mit jeweils mehr als 300 Tieren im Schnitt anzutreffen. In Baden-Württemberg und Bayern ließen sich dagegen je Tier nur rund 7 500 kg Milch ermelken. Neben den Leistungsdaten liefert die MLP den Betriebsleitern nach Angaben des DLQ auch wichtige Gesundheitsdaten für das Herdenmanagement.

Eine Auswertung über die Eutergesundheit zeige, dass im Berichtszeitraum 75 % der Tiere weniger als 200 000 Zellen/ml Milch aufwiesen, was international ein gutes Ergebnis sei. Dennoch gebe es auf vielen Betrieben noch Optimierungspotential. Genau dort setze das deutschlandweite Programm milchQplus zur Verbesserung der Eutergesundheit an, an dem sich viele DLQ-Mitglieder beteiligten. In diesem gebe es - ausgehend von einem Orientierungswert von 100 000 Zellen/ml - ein Frühwarnsystem bei Überschreitungen, um das betriebliche Eutergesundheitsmanagement zu optimieren.

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