2.12.2015 13:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fütterung
Der Vector füttert nur, wenns nötig ist
Niklaus und Silvan Bucher aus Luzern-Littau LU haben sich für einen Fütterungsroboter entschieden. Der Lely Vector hilft, Arbeitszeit und Diesel zu sparen. Seine Stromkosten liegen bei knapp 2 Franken pro Tag.

Lautlos setzt er sich in Bewegung, kurvt um die Ecke und fährt der Fressachse entlang. Zuhinterst dreht er um, öffnet den Schieber und lädt seine Mischration ab. Auf dem Mooshof von Niklaus, Irma und Sohn Silvan Bucher in Luzern-Littau LU haben die roten Roboter der holländischen Firma Lely das Szepter übernommen. Der Vector füttert, der Astronaut milkt, und der Discovery hält die Laufflächen im neuen Stall sauber.

Laufstall im September bezogen

Den hellen, luftigen und sehr geräumigen Laufstall mit den drei Liegeboxenreihen haben die 70 Holstein- und Red-Holstein-Kühe der  Buchers am 1. September 2015 bezogen. «Früher waren sie im Anbindestall», erklärt Silvan Bucher. Und Vater Niklaus Bucher ergänzt: «Mit dem Neubau haben wir uns entschieden, die Routinearbeiten wie Melken, Misten und Füttern zu automatisieren.»

Mit diesem Entscheid sind beide sehr zufrieden – auch finanziell sei der rund 180'000 Franken teure Fütterungsroboter attraktiver, als man im ersten Moment denken würde, so Silvan Bucher: «Wir hätten einen Mischwagen kaufen müssen.» Dieser brauche einen Traktor, der dann nicht mehr für andere Arbeiten frei sei, und es brauche viel Diesel. «Die Stromkosten für den Vector belaufen sich auf knapp 2 Franken pro Tag. Und das Rüsten des Futters nimmt weniger als zwei Stunden pro Woche in Anspruch.»

Fütterungsroboter kommt mit dürrfutterbetonten Ration gut klar

In der Futterküche sind drei Boxen eingerichtet. Die befüllen Buchers alle drei Tage mit Heu und Emd, das zuerst geschnitten wird. Die beiden Komponenten machen je 25 Prozent der Ration aus. 50 Prozent sind Silomais, der direkt ab dem Hochsilo in den Vector gefüllt wird. Dazu kommt ein Eiweisskonzentrat, sodass die ausgewogene Mischung auf 24kg Tagesmilch ausgelegt ist. Kühe, die mehr leisten  – der Stallschnitt liegt bei 9000kg – erhalten im Melkroboter eines der drei zudosierbaren Leistungsfutter. Während der Vegetation wird geweidet.

Der Fütterungsroboter kommt mit der sehr dürrfutterbetonten Ration gut klar. Mit dem Greifer entnimmt er Heu und Emd. Dank der Waage im Vector stimmen die Mengen auf 10 Prozent genau. Und dank der 3D-Kamera fährt der Greifer immer zu dem Ort, an dem am meisten Futter liegt. Nach dem Dürrfutter  werden Mais, Eiweisskonzentrat, Mineralstoffe, Viehsalz und Wasser zudosiert, die Gesamtmenge pro Mischung beläuft sich auf 300kg. Der Vector ist mit drei Messern und einem Gegenmesser ausgestattet. Eine feuchte Ration wird besser geschnitten.

Kein Gerangel im Stall

Das Mischen dauert einige Minuten, dann fährt der Roboter kameragesteuert los. Bevor er seine Mischung ablädt, misst er  die Futterhöhe an der Fressachse. «Nur wenn die definierte Mindesthöhe unterschritten ist, wird gefüttert», erklärt Silvan Bucher, «wenn noch genug Futter liegt, schiebt der Vector es lediglich den Kühen zu.»

Seine Runde zum Zuschieben des Futters dreht der Vector jede Stunde, zehn Mal pro Tag füttert er, sofern Bedarf besteht. Die Häufigkeit hat Vorteile: Die Mischung ist immer frisch und kann in kleinen Mengen zubereitet werden. An der Fressachse gibt es bei der Futtervorlage kein Gerangel, weil die Kühe schnell merken, dass schon in wenigen Stunden Nachschub kommt.

Nur etwa die Hälfte der Tiere steht jeweils auf, wenn die rote Maschine im Anfahren ist. Weil die Kühe regelmässig fressen, ist der Pansen-pH stabiler. «Die Ruhe im Stall ist deutlich spürbar», bilanziert Silvan Bucher nach den ersten Monaten. «Nur schon deshalb hat sich die Investition gelohnt.»

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