3.10.2017 12:56
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Uri
BVD: Massentests angeordnet
Anfang August gab es auf zwei Urner Alpen BVD-Verdacht. Erst jetzt läuft der Massentest bei allen Rindern dieser Alpen. Die kantonale Schau im Kanton Uri von kommenden Samstag wird durchgeführt.

Am 8. August beziehungsweise am 4. August wurden auf den zwei Alpen Fiseten und Alplen im Kanton Uri nahe des Klausenpasses bei Abortuntersuchungen jeweils nicht erklärbare positive BVD-Antikörperbefund beim Muttertier festgestellt.

Über 50 Tierhalter betroffen

Am 12. September wurden auf Fiseten und am 14. September auf Alplen weitere BVD-Antikörper-positive Tiere gefunden. Da beschloss der Veterinärdienst der Urkantone, sämtliche Rinder der beiden Alpen auf BVD-Antigen zu untersuchen und die trächtigen Rinder zudem unter Verbringungssperre zu stellen.

Dass die Züchter, welche Tiere auf einer der beiden Alpen sömmerten, erst jetzt informiert wurden, wird kontrovers diskutiert. Die insgesamt rund 850 Rinder sind in der Zwischenzeit wieder auf ihren Heimbetrieben, berichtete schweizerbauer.ch am Montag. Einzelne Tiere wurden verkauft oder nahmen sogar bereits an Viehschauen teil. Mittlerweile sollen über 50 Tierhalter betroffen sein.

«Weitläufige Alpen»

Weshalb wurde diese Untersuchung erst so spät vorgenommen? «Dies war der Fall, weil es sich um sehr weitläufige Alpgebiete handelt und es daher sehr schwierig war, die Tiere zu fixieren», teilt der Kantonstierarzt der Urkantone teilt in einem Communiqué.

Der Massenauftrag für die Beprobung der betroffenen Rinder wurde am 21. September 2017 in Auftrag gegeben, als aufgrund der aufgearbeiteten Tierverkehrsmeldungen in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) der Standort der Tiere ermittelt war. Seither laufen diese auf Hochtouren, heisst es weiter in der Mitteilung. Es handelt sich um eine Verdachtsabklärung. Ein direkter Virusnachweis wurde bis jetzt nicht gefunden. Ende Oktober oder Anfang November sollen die betroffenen Tierhalter über weitere Massnahmen informiert werden.

Sicherheit gewährleisten

Für die kantonale Viehschau hat das Auftreten der BVD-Infektion nur bedingt Einschränkungen. Die anstehende kantonale Viehausstellung von kommenden Samstag kann trotz der BVD-Fälle durchgeführt werden, teilt der Kantonstierarzt mit. Es dürfen aber nur Tiere aufgeführt werden, die aus einem amtlich anerkannt BVD-freien Betrieb stammen.

Sämtliche betroffenen Betriebe werden bis spätestens kommenden Donnerstag vom Veterinärdienst der Urkantone (VDU) schriftlich über ihren BVD-Status informiert. Den Tierhaltern steht auch eine Hotline für dringende Fragen zur Verfügung. Um die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten, werden an der Viehausstellung verschiedenen Massnahmen ergriffen. Unter anderem wird der BVD-Status jedes Tieres anhand des TVD-Eintrags kontrolliert um sicherzustellen, dass nur Tiere aus BVD-freien Betrieben aufgeführt werden.

BVD

BVD ist eine viral (= durch ein Virus verursachte) bedingte Durchfallerkrankung. Während der Grossteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen, die mit infizierten Rindern in Kontakt kommen, können erkranken. Unter besonderen Bedingungen erkranken die Tiere an der tödlichen Schleimhautform der BVD, der sogenannten Mucosal Desease (MD). Diese tritt ausschliesslich bei persistent infizierten Tieren auf, bei Tieren also, die das BVD Virus lebenslang in sich tragen und ausscheiden. blu

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