7.01.2020 17:54
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Australien
Buschfeuer treffen Milchbauern hart
Die australischen Buschbrände treffen auch die Bauern. Sie müssen Tiere notschlachten, weil diese schwere Brandverletzungen aufweisen, sie zu Verdursten drohen oder das Futter fehlt. -> Mit Video

Rund 6 Millionen Hektar Farmland sind in Australien von Buschbränden betroffen, schreibt agrarheute. Das ist sechsmal die Landwirtschaftliche Nutzfläche der Schweiz.

Herden notschlachten

Auf zahlreichen Flächen gelang es gemäss agrarheute nicht mehr, die Weidetiere in Sicherheit zu bringen. Hunderttausende Rinder und Schafe sind in der Folge erstickt und verbrannt, tausende weitere mussten aufgrund ihrer schweren Verletzungen getötet werden.

Die Anzahl getöteter Nutztiere sei so hoch, dass australische Streitkräfte Massengräber ausheben würden um die Tierkadaver zu beseitigen, bevor diese zur gesundheitlichen Gefahr werden. Auch vom Brand nicht direkt betroffene Farmer müssen finanzielle Einbussen hinnehmen. In New South Wales dürfen Farmer ihr Land nicht mehr bewässern, und auch für das Vieh wird Wasser knapp. Viele Milchbauern haben zudem massive Probleme, ausreichend Futtermittel für ihr Vieh zu beschaffen. Das dürfte sowohl die Milchproduktion als auch die Rinderzucht beeinträchtigen. Viele Farmer lassen deshalb ihre Herden notschlachten.

Wiederaufbau der Herden dauert Jahre

Australien ist ein wichtiger Akteur im globalen Milchmarkt. Das Land ist der siebtgrösste Milchexporteur der Welt und beliefert hauptsächlich den asiatischen Markt mit Produkten wie Frischmilch, Butter und Käse sowie Milchpulver, schreibt agrarheute.com. Viele Milchbauern sind konsterniert. “Viele Strassen sind gesperrt, so dass wir kein Futter für Bauern bekommen, die dringend Futter benötigen", sagte der Milchbauer Paul Mumford zur Nachrichtenagentur Reuters. "Die Brände haben vor allem die jüngsten Tiere in der Herde getötet. Der Wiederaufbau wird Jahre dauern", hebt er hervor.

Die Milchverarbeiter befürchten einen Engpass bei den Milchlieferungen. Im Detailhandel sind die Probleme der Milchbauern noch nicht angekommen. Die Regale sind noch voll. Milchbauern befürchten jedoch, dass wegen den steigenden Produktionskosten durch die Dürre und den Futtermangel zahlreiche Betriebe für immer aus der Produktion ausscheiden. 

Milchpreis muss steigen

"Ich habe kein Futter mehr. Wir warten auf Lastwagen, um Futter hereinzubringen, aber bei den Bränden ist es zu gefährlich, Heu hereinzubringen. Alle Koppeln und Weiden sind jedoch verbrannt", sagte Milchbauer Robert Miller zur Presse. Er fordert Hilfe vom Staat. Aufgrund der schon seit Monaten andauerenden Dürre haben zahlreiche Bauern ihre Reserven aufgezerrt. Deshalb möchte Miller, dass der Staat mit Krediten aushilft. 

Bridget Mackenzie vom Landwirtschaftsministerium erklärte, dass für Betriebe in von Bränden betroffenen Gebieten Sofortzahlungen möglich sind. Milchbauer Miller fordert zudem, dass der Milchpreis steigen müsse. Einen Preis von 1.75 Australische Dollar (1.15 Fr.) hält er für angemessen.

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