11.08.2017 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Viehzucht
Bald 10'000 Montbéliarde-Kühe
Swissherdbook will demnächst Richter für die Rasse Montbéliarde ausbilden. Das hat einen Grund: Der Bestand der Montbéliarde-Kühe steigt stetig an - auch dank der guten Milchleistung der formatstarken Rasse.

Am 25. September findet in Le Brouillet  NE ein besonderer Kurs statt: Erstmals werden Schweizer Richter für die Rasse Montbéliarde ausgebildet. Heute gibt es hierzulande keine anerkannten Richter für diese Rasse. Das heisst, dass Montbéliarde-Tiere an Ausstellungen bisher von Richtern aus anderen Rassenkreisen oder aus dem Ausland eingestellt werden mussten.

Noch kleiner Tierbestand

Diese Lücke will Swissherdbook nun schliessen mit dem Aufbau einer offiziellen schweizerischen Richtergruppe für die Rasse Montbéliarde. «Es gibt bereits diverse Schauen wie die Swiss Expo oder die Arc Jurassien Expo, an denen Montbéliarde-Tiere ausgestellt werden», erklärt Alex Barenco von Swissherdbook. «Deshalb ist es interessant, anerkannte Schweizer Richter zu haben.»

Barenco begründet die Ausschreibung auch mit dem steigenden Interesse an der französischen Rasse: «Noch ist Montbéliarde in der Schweiz eine kleine Rasse, doch der Bestand ist zwischen 2011 und 2016 von 7'500 auf 9'600 Tiere gestiegen. Das zeigt, dass ein Interesse seitens der Züchter vorhanden ist.» Allein im letzten Jahr hat der Herdebuchbestand um 200 Tiere zugenommen, wogegen die Kuhzahl bei Swiss Fleckvieh stabil blieb und bei Red Holstein ein Rückgang von 4600 Herdebuchtieren verzeichnet wurde. Einzig bei den Simmentalern wurde ein Zuwachs in ähnlichem Umfang registriert.

Sehr gute Milchleistungen

Montbéliarde ist eine Zweinutzungsrasse mit sehr guten Milchleistungen. Die Durchschnittsleistung lag 2016 bei 7'553kg Milch mit 3,74% Fett und 3,33% Eiweiss – das sind 500kg mehr als beim Swiss Fleckvieh und sogar 1800kg mehr als bei den Simmentalern. Angestrebt werden ab der 3. Laktation 8'500kg Milch.

Jean-Pierre und Pascal Rey aus Les Verrières NE gehören zu den bekanntesten Montbéliarde-Züchtern. An der Swiss Expo 2017 holten sie mit der zwölfjährigen Micmac Roublarde den Championne-Titel. Die hohe Milchleistung sei nur ein Pluspunkt der Rasse, sagt Jean-Pierre Rey: «Die Montbéliardes liefern Milch und Fleisch. Die Kühe haben Substanz, was sie widerstandsfähiger macht, und die Kälber lassen sich gut vermarkten.»

Zur Rasse

Die Rasse hat ihren Ursprung im französischen Jura und in der Region von Montbéliarde in Frankreich. Züchterisch gehört sie in dieselbe Familie wie die Simmentaler-Rasse. Sie breitet sich in Frankreich stets weiter aus und wird auch in viele Länder exportiert, wobei sie vorwiegend zur Kreuzung mit anderen Milchviehrassen verwendet wird. Hauptzuchtgebiet in der Schweiz ist die Region des Juras. Die Rasse ist aber in der gesamten Westschweiz verbreitet. In der restlichen Schweiz sind vereinzelte Betriebe vorhanden.

Es ist eine Zweinutzungsrasse für die Milch- und Fleischproduktion. Die Tiere sind rot-weiss gescheckt, haben einen weissen Kopf, einen weissen Bauch und weisse Beine. Der Körperbau ist kräftig, die Tiere weisen eine gute Bemuskelung auf. Das durchschnittliche Gewicht einer ausgewachsenen Montbéliard-Kuh liegt bei 650 bis 850 kg. Die Tiere werden zwischen 140 und 150 cm gross.  blu in Anlehnung an Swissherdbook


SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE