6.11.2018 09:54
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Argentinien
Arg: Milchkrise vor dem Ende
Extreme Wetterereignisse und die Wirtschaftskrise haben 2016 und 2017 die argentinische Milchproduktion insgesamt um mehr als 10% sinken lassen und bei den Verarbeitern zu finanziellen Verlusten geführt.

Der Landwirtschaftsattaché in der US-Botschaft in Buenos Aires, Lazaro Sandoval, geht in einer aktuellen Marktanalyse jedoch davon aus, dass es nach einer Konsolidierungsphase nun wieder aufwärts gehen dürfte. So soll die Milchproduktion in diesem Jahr bei wieder normaleren Witterungsbedingungen um 7,4% auf 10,84 Mio. t steigen. Für 2019 wird eine Zunahme um 5% auf dann 11,38 Mio. t erwartet. 

Getrieben wird diese Entwicklung dem Experten zufolge durch höhere Produzentenpreise, geringere Futterkosten und eine gestiegene Produktivität, da schwächere Milchfarmer und leistungsärmere Kühe während der Krise aus der Produktion ausgeschieden sind. Hinzu kommt, dass die Milchbranche aufgrund der vollzogenen Strukturveränderungen und Konzentrationsprozesse insgesamt wettbewerbsfähiger geworden sein soll. Dies gilt auch für die argentinischen Exporteure von Milcherzeugnissen, da der Peso stark abgewertet wurde. Daran ändert auch die aus Gründen der Haushaltskonsolidierung eingeführte Exportsteuer nichts.

Laut der Prognose des US-Agrarattachés sollen die argentinischen Ausfuhren von Flüssigmilch, Milchpulver, Butter und Käse in diesem Jahr gegenüber 2017 insgesamt um rund 8% auf 185'000 t zulegen und 2019 sogar um 22% auf dann 225'000 t steigen. Wichtigste Abnehmer dürften dabei Brasilien, Algerien und China bleiben. Die Agrarexperten in der US-Botschaft rechnen vor allem mit einer höheren Ausfuhr von Vollmilchpulver, die von 2017 bis 2019 um gut die Hälfte auf 135'000 t steigen soll. Für den Käseexport wird ein Zuwachs von 10% auf 55'000 t prognostiziert. Zudem soll auch der heimische Verbrauch bei den meisten Milcherzeugnissen zunehmen, sofern sich die erwartete wirtschaftliche Erholung einstellt. 

In den vergangenen Jahren hat die hohe Inflation zu Kaufkraftverlusten bei den Konsumenten geführt, die deshalb ihren Verbrauch von Milchprodukten einschränkten oder auf preisgünstigere Basisprodukte auswichen. Auch lagen die Produktionskosten der Milchbauern zuletzt noch um gut 30% über den Erlösen, was sich laut der Prognose der US-Botschaft aber 2019 ändern soll.

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