6.02.2020 15:14
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Thurgau
Arenenberg: Stallneubau verzögert sich
Am Arenenberg soll ein neuer Stall gebaut werden. Das Projekt am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum verzögert sich nun aber. Gegen die erteilte Baubewilligung wurde beim Verwaltungsgericht Rekurs eingereicht.

Wo heute auf dem Arenenberg TG noch der Stall aus dem Jahr 1959 steht, soll schon bald ein neuer Milchviehstall Platz finden. Doch nun dauert das Ganze noch ein wenig länger, wie der Kanton Thurgau am Donnerstag mitteilt.

Baustart um ein Jahr verzögert

Der Grosse Rat hat im Dezember 2018 dem Kreditantrag für den Neubau Milchviehstall mit Weideübergang mit grossem Mehr zugestimmt. «Seither wurden die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten zügig vorangetrieben und anschliessend das Baugesuch eingereicht», heisst es in der Mitteilung weiter. Dem Gesuch wurde am 2. Dezember 2019 die Bewilligung erteilt.

Der Baustart verzögert sich, weil gegen den Entscheid des Gemeinderates von Salenstein innerhalb der Frist beim Verwaltungsgericht Rekurs eingereicht wurde. Das Verfahren ist hängig. Der Kanton Thurgau erwartet einen Entscheid des Gerichts innert sieben Monaten. Der Baustart wird aber mindestens um ein Jahr verzögert.

Kompostierungsstall für 52 Kühe

Für die Lernenden und Lehrkräfte hat dies zur Folge, dass der Vorteil eines nahegelegenen Kuhstalls noch nicht genutzt werden kann. «Das ist für den eigentlichen Theorieunterricht kein Hindernis, aber die wichtige Vertiefung des Lernstoffes am praktischen Beispiel kommt zu kurz», hält der Kanton fest.

1959 erbaut

Der heutige Kuhstall entstand 1959 als Anbindestall für 26 Kühe. 1989/90 wurde er in einen Laufstall mit 19 Liegeboxen umgebaut. Durch die Verringerung der Zahl konnte der bestehende Stall benutzt werden. «Die Idee des kleinen Laufstalls kam aus dem Allgäu», sagt Martin Huber. «Wir versuchten, dieses System bei uns zu etablieren.» Was damals nicht schlecht gelungen ist. Zum Betrieb gehören 35 Hektaren Land, davon 30 für den Futterbau. mab

Der neue Stall soll 52 Kühen Platz bieten. Es werden keine Liegeboxen mehr installiert, sondern die Kühe im Kompostierungsstall von rund 400 m2 frei bewegen und hinlegen können. Zum Fressen gehen die Tiere in den Laufhof, wo sie am gegenüberliegenden Gebäude die Futterstellen finden. Auch der Heustock wird platziert. Gemolken werden sollen die Tiere mit einem Melkroboter. Der Tiere sollen immer freien Zugang zur Weide ermöglich werden.

Für den Neubau hat der Thurgauer Grosse Rat 2,43 Millionen Franken bewilligt.

Projekt im Jahr 2015 in Kritik

Der Stallneubau am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg TG löste 2015 scharfe Kritik aus. Das Projekt sei zu teuer, wurde moniert. Das Projekt wurde überarbeitet.

Das Neubauprojekt, konzipiert als Laufstall, sollte rund 60 Tieren Platz bieten und den aktuellen Anforderungen entsprechen. Der Kanton hatte im Finanzplan dafür 2,8 Mio. Franken eingestellt. Das sei viel zu viel, monierten Kritiker im Januar 2015. «Einen normalen Laufstall kann man für die Hälfte bauen», führte Kantonsrat Moritz Tanner (SVP, Winden) damals aus. Der Kanton solle kein Stall bauen, der sich in der Praxis kein Bauer leisten könne.

Das Projekt wurde in der Folge überarbeitet. Ursprünglich war ein Standort in der Landwirtschaftszone vorgesehen. Auf Einwand des Amts für Raumentwicklung wurde beschlossen, den neuen Stall anstelle des alten zu bauen.

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