6.11.2018 16:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Stallbau
20cm Schieberhöhe sind ideal
Um die Emissionen aus Laufställen tief zu halten, müssen Entmistungsschieber häufig laufen. Das kann die Kühe stressen. Deshalb sollten die Schieber nicht zu hoch und nicht während dem Fressen in Betrieb sein.

Der laufende Schieber stellt für Kühe ein Hindernis dar und kann in gewissen Situationen Stress verursachen. Dies ist in Zukunft stärker zu berücksichtigen, weil im Hinblick auf die Klauengesundheit und die Reduktion von Ammoniakemissionen höhere Entmistungsfrequenzen gefordert werden. Bei höheren Entmistungsfrequenzen werden die Schieber häufig automatisiert und damit unüberwacht betrieben. 

Langsam laufen lassen 

Die nachfolgend aufgeführten Punkte aus der Fachinformation «Entmistungsschieber in Milchviehlaufställen» zeigen auf, wie die Belastung durch den Schieber gering gehalten werden kann:

  • Schieber mit möglichst kleinen Abmessungen wählen. Von Vorteil ist eine Schieberhöhe von 20cm. Kühe kommen mit schlanken Schiebern besser zurecht.
  • Schieber nicht während der Hauptfressphase laufen lassen. Ein Schieberdurchgang während der Hauptfressphase – zum Beispiel kurz nach der Futtervorlage – stört die Kühe. Dies zeigt sich in häufigeren, aber kürzeren Fressperioden und kann sogar zu einer Verschiebung von Fresszeit in die Nacht führen.
  • Der Stallgrundriss soll genügend Platz zum Ausweichen bieten. Quergänge, die einen Rundlauf ermöglichen, der Verzicht auf Sackgassen und der Zugang zu einem Laufhof erlauben es den Kühen, dem laufenden Schieber auszuweichen.
  • Die Laufgeschwindigkeit des Schiebers soll 4m/min nicht übersteigen.
  • Die Trittsicherheit des Bodens im Laufbereich muss gewährleistet sein. Damit wird vermieden, dass Kühe beim Ausweichen oder Übersteigen des Schiebers ausrutschen oder stürzen. Die Trittsicherheit des Bodens ist abhängig von der Bodenqualität. Zusätzlich muss aber auch der Schieber gut auf die Bodenoberfläche abgestimmt sein, damit  die Reinigungsqualität stimmt.
  • Durch eine Schiebersteuerung mit Schrittschaltung erhalten die Tiere bei Abschrankungen und Wanddurchbrüchen mehr Zeit, um den Gefahrenbereich zu verlassen. Dazu wird der Schieber so programmiert, dass er mindestens 150cm vor der Gefahrstelle anhält und dann in Schritten weiterfährt. Die Intervallpausen sollen mindestens 3 Sekunden betragen.

Bahnhof aussen planen

Ein hindernisfreier Laufbereich ist für einen möglichst ungestörten Kuhverkehr wichtig. Der Schieberbahnhof soll daher nicht im Laufbereich platziert sein. Neu- und Umbauten sind so zu planen und umzusetzen, dass der Schieberbahnhof ausserhalb liegt. Und auch Abwurf- und Übergabestellen für die Gülle oder den Mist sind wenn immer möglich ausserhalb des

Tierbereichs anzuordnen. Befinden sich diese im Tierbereich, ist zu prüfen, ob die Situation mit entsprechenden Abschrankungen entschärft werden kann.

Neue Fachinformation

Schieber gut planen und einbauenKühe im Laufstall kommen täglich mit Entmistungsschiebern in Kontakt. In der Tierschutzgesetzgebung gibt es keine Vorschriften, die sich direkt auf diese Stalleinrichtung beziehen. Jedoch gilt auch für Entmistungsschieber, dass sie die Anpassungsfähigkeit der Tiere nicht überfordern und die Tiergesundheit nicht beeinträchtigen dürfen. Die neue Fachinformation «Entmistungsschieber in Milchviehlaufställen» des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zeigt, wie Gestaltung, Einbau und Betrieb von Entmistungsschiebern zu erfolgen haben. Ziel ist es, den Tieren Stress zu ersparen und Verletzungen zu vermeiden. sum

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