3.11.2018 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Sandra Steffen
Luzern
14-jähriger Enrica gefällts im Lely
Familie Studer vom Hof Rütmättili im Entlebuch, in der Branche bekannt als «Studer’s Brown Swiss», hat einen Melkroboter Lely Astronaut A4 im bestehenden Stall integriert. Am vergangenen Wochenende war Tag der offenen Tür.

In der Braunvieh-Szene ist das Präfix «Studer’s Brown Swiss» ein Begriff. Zu den grössten Erfolgen  des Zuchtbetriebs in Schüpfheim LU gehört der Bruna-Sieg 2006 mit Starbuck Donau, der Schweizer-Meister-Titel 2009 an den Betriebsmeisterschaften mit dem Champion-Titel für Jacker Corina, welchen Studer’s BS Jolden Joy 2011 verdoppelte, sowie die Auszeichnung für Studer’s BS Ashley zum Vize-Intermediate-Champion an der Europashow 2016. 

Kein Zufallsprodukt

Das Züchten liegt Studers in den Genen; bereits Grossvater Josef Studer stellte regelmässig an Viehschauen aus. Bei der Wahl der Stiere wird Wert auf das Exterieur und die Milchleistung gelegt mit einem speziellen Augenmerk auf das Euter. Hohe Milchleistungen  – der  Stalldurchschnitt  lag 2017 bei 11000kg – sind denn auch Studers Markenzeichen. Mit dieser Strategie konnten Markus und Heidi Studer die Zuchtstiere Virestar, Genox-Boy und Amir ins Angebot des Besamungsdienstes Swissgenetics bringen. 

Silofreie Fütterung

Bei der Fütterung wird nichts dem Zufall überlassen. Das ganze Jahr werden die Kühe mit einer silofreien Teilmischration aus Heu, Emd, Luzerne, Zuckerrübenschnitzeln, Maismehl, Salz und Mineralstoff aus dem Futtermischwagen gefüttert, gezielt ergänzt mit Hochenergie- und Eiweissfutter. Beim Raufutter achten Studers besonders darauf, das Gras jung zu ernten mit einem Schnittintervall von vier Wochen. Das Jungvieh wird auf dem Betrieb aufgezogen und teilweise gealpt; als Erstabkalbealter wird 28 Monate angestrebt. 

Verhandlungen im Team

Als sich vor einem Jahr die Möglichkeit bot, mehr Futter ab Feld zu nutzen, wurde die Kuhherde mit eigenen Jungrindern möglichst rasch auf 40 Stück vergrössert. Doch die Melkzeit mit morgens und abends je 2 Stunden wurde zu arbeitsintensiv. Für Sohn Pirmin, der den Hof dereinst übernehmen wird, stand ausser Frage, dass es  ein neues System braucht. Beim Vergleich zwischen einem 6er-Melkstand und dem Roboter zeigten sich dessen Vorteile: mehr Flexibilität während den Melkzeiten und weniger Platzbedarf, lediglich den Bereich des bisherigen Tandem-Melkstandes. Auch für das Wohl der Hochleistungskühe ist der Roboter ein Fortschritt, sie lassen sich heute durchschnittlich 2,7 Mal täglich melken.
Schwiegersohn Konrad Krummenacher, der in Hasle LU einen Landwirtschaftsbetrieb führt, wurde für eine «neutrale Aussensicht» bei den

Besichtigungen beigezogen und kam so selber auf den Geschmack. Auch Richard Studer aus Hasle LU wollte einen Roboter installieren. So konnten die drei bei der Wahl des Modells fachsimpeln und hatten gemeinsam eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Lieferant Lely. Den Ausschlag für den «roten Roboter» gaben die  durchwegs positiven Erfahrungen bisheriger Anwender. 

Rohmilchkäse 

Installiert wurde der Roboter Anfang 2018. Auch die älteste Kuh Enrica hat sich trotz ihrer 14 Jahre schnell an den Roboter gewöhnt und wird ihre Lebensleistung von 120'000kg Milch toppen. Vor der Anschaffung des Roboters wurde das Vorhaben mit Käser Franz Renggli besprochen, der die 300'000 kg Milch in der Bergkäserei Oberberg zu Spezialitäten und Emmentaler verarbeitet. 

Dieser hat sich bei Berufskollegen erkundigt, die bereits Erfahrungen mit Melkrobotern hatten. Inzwischen hat sich in Studers Stall bestätigt, dass der Melkroboter auf die Zellzahlen einen eher positiven Einfluss hat.

Betriebsspiegel

  • 930 Meter über Meer, Bergzone II
  • 7 ha LN plus Futterkauf ab Feld von 19ha  
  • Etwa 40 Stück Milchkühe und etwa 25 Stück Jungvieh 
  • Rund 300'000kg silofreie Milch, Bergkäserei Oberberg 
  • Arbeitskräfte: Betriebsleiterpaar Heidi und Markus Studer, Sohn Pirmin. ss

 

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