7.08.2019 10:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Milchvieh
12-Punkte-Plan gegen Euterentzündung
Kühe mögen keinen Stress. Daran sollte man beim Melken denken. Wichtig für gesunde Euter ist auch die Fütterung.

Euterentzündung kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden und bedeutet im Falle des Auftretens hohe Kosten für Milchviehbetriebe. Eine konsequente Umsetzung des 12-Punkte-Plans soll helfen, Euterentzündungen zu vermeiden:

Melkhygiene: Euterreinigung vor dem Melken. Jedes Tuch respektive jedes Stück Euterwolle nur für eine Kuh verwenden. Dippen nach dem Melken. Wahl eines wirkungsvollen Dippmittels.

Überprüfen der Melktechnik: Melktakt, Melkvakuum und Reinigungseinstellung.

Zitzengummis: Sind die Betriebsstunden schon erreicht? Wichtig: Spülzeiten zählen zu den Betriebsstunden.

Melkreihenfolge: Trennen Sie euterkranke Tiere von der Herde. Melken Sie diese stets als Letztes.

Routine: Kühe lieben Langeweile und mögen keinen Stress. Achten Sie beim Treiben, im Wartebereich und beim Melken auf gute Belüftung und einen ruhigen Umgang.

Kuhverkehr: Der Strichkanal ist nach dem Melken einige Zeit offen. Deshalb sollen Kühe nach dem Melken für mindestens 30 Minuten nicht liegen.

Liegeboxenmanagement: Boxen täglich reinigen und einstreuen. Verwenden Sie Einstreu, welche den pH-Wert neutral oder höher hält. Desinfizieren Sie regelmässig mit Kalk. Vermeiden Sie Überbelegung und zu enge Boxenmasse.

Züchtung: Wählen Sie Stiere aus, die eine hohe Eutergesundheit vererben. Auch längere Zitzen beugen Infektionen vor.

Galtvieh: Sorgen sie für saubere, trockene Liegeflächen und für genügend saubere Tränken.

Fütterung: Achten Sie auf sehr gute Silagequaliäten. Futter mit Schimmel und hohen Mykotoxingehalten gehört auf den Misthaufen. Vermeiden Sie Galtviehrationen, die sich zu extrem von den Rationen für die laktierenden Kühe  unterscheiden.

Transitfütterung: Ketosen begünstigen Mastitiserkrankungen. Hohe Futteraufnahme in der Galtphase und der Frühlaktation beugt Ketosen vor. Futterfett und Zucker (beide pansengeschützt) helfen hier die Energieversorgung und den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Lebendhefen fördern die Mikroben im Pansen.

Versorgung mit Mineral- und Zusatzstoffen: Achten Sie auf ausreichend Zink, Niacin, Vitamin E, Selen und pansengeschütztes Methionin für Trockensteher und für laktierende Kühe.

Quelle: www.sano.de

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