2.04.2017 12:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AbL/ ats
Deutschland
Vogelgrippe: Sicherheitsauflagen missachtet?
Nachdem Erkenntnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts darauf hindeuten, dass das Geflügelpest-Virus H5N8 im Landkreis Cloppenburg von Menschen, Fahrzeugen und Geräten von Stall zu Stall übertragen wird, geraten Putenhalter in der Region weiter unter Druck. Sie sollen möglicherweise gegen Sicherheitsauflagen verstoßen haben.

Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen geht es um drei Betriebe in Garrel. In den Ställen soll dieselbe Einstreumaschine benutzt worden sein. Sie war offenbar nicht ausreichend desinfiziert. Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hat nun in einem Erlass den Landkreis Cloppenburg aufgefordert, bei mehr als 100 Geflügelbetriebe zu kontrollieren, ob sie die Vorschriften zur Biosicherheit einhalten.

Wind als Verbreitungsweg im Spiel

Die Betriebe würden ohnehin regelmässig überprüft, teilte der Landkreis mit. Man werde den Erlass dennoch mithilfe von Amtstierärzten aus anderen Landkreisen umsetzen. Kritik kommt vom Chef der niedersächsischen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke. Er hält die flächendeckenden Kontrollen für nicht zielführend.

Stattdessen sollten die bekannten Putenhalter, bei denen die Missstände aufgefallen sind, intensiv kontrolliert werden, sagte er. Ripke sieht neben einzelnen Putenhaltern vor allem den Wind als Hauptverbreiter des Virus. "Wenn sich der Wind als Hauptverbreiter herausstellt, muss das gesamte Putenmanagement überdacht werden - von der offenen Haltungsform bis zur Stalldichte", sagte Ripke NDR 1 Niedersachsen.

Verstösse können zu weniger Entschädigung führen

Der Landwirtschaftsminister hatte angekündigt, dass Tierhalter bei gravierenden Mängeln bei den Biosicherheitsmaßnahmen mit geringeren Entschädigungszahlungen rechnen müssen. Nach Ansicht des Landkreises Cloppenburg ist es allerdings bislang nicht belegt, dass das Virus durch Menschen weiter verbreitet wird.

Wegen der Geflügelpest mussten in der Region seit November mehrere Hunderttausend Puten getötet werden. Erst in der vergangenen Woche hatten sich weitere Verdachtsfälle in Putenmastbetrieben bestätigt.

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