7.10.2015 16:26
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Geflügel
Junghahnmast statt Zweinutzungshühner
In der Legehennenzucht sind männliche Küken unerwünscht. Sie werden deshalb getötet. Die Nutztierschutz-Organisation KagFreiland erachtet dies als ethisch fragwürdig. Deshalb mästet die Organisation auf einem Betrieb 250 Junghähne aus.

Männliche Küken werden getötet, weil sich diese nicht wirtschaftlich mästen lassen. Deshalb werden sie nach dem Schlüpfen getötet, verfüttert oder entsorgt, schreibt KagFreiland. Dies zeuge aber von einem fragwürdigen Umgang mit Lebewesen und sei ethisch nur schwer zu rechtfertigen, heisst es im Communiqué der Organisation. Ein Ansatz der Forschung ist die Bestimmung des Geschlechts in den ersten Entwicklungstagen. „Männliche“ Eier werden so vor der Embryoentwicklung der Lebensmittelproduktion zugeführt. Bis das Verfahren der Geschlechtserkennung markttauglich ist, dürften aber noch einige Jahre verstreichen.

Bis es soweit ist, will KagFreiland (im bescheidenen Rahmen) Junghähne aufziehen. Dies sei die beste Lösung, heisst es im Communiqué von Mittwoch. Frisch geschlüpfte männliche Küken werden aufgezogen und gemästet. “Sie wachsen langsamer als ihre eigens für die Fleischproduktion gezüchteten Artgenossen und setzen weniger Brustfleisch an. Sie sind aber wirtschaftlicher und aufgrund des geringeren Futter- und Sojaverbrauchs ökologischer als die Zweinutzungsrassen“, betont die Organisation. Das Fleisch sei ausgesprochen schmackhaft und sehr fest.

Auf dem Betrieb Hosberg in Rüti ZH werden derzeit 250 Junghähne gemästet. Die Tiere wachsen im Freiland auf, wo sie nach KagFreiland-Vorschriften gehalten und gefüttert werden. Mitte November schliesslich sind dies schlachtreif.

Das Zweinutzungshuhn (Eier- und Fleischproduktion), das von Coop ins Sortiment aufgenommen wurde, dürfte ein Nischenmarkt bleiben. Es erzeuge höhere Kosten, so die Organisation. Masttiere bleiben nicht nur länger auf dem Hof, der Futtereinsatz pro Ei respektive Kilo Fleisch liegt auch 50 Prozent höher als bei den spezialisierten Linien, so KagFreiland. Gleichzeitig legen die Hennen etwa 50 Eier weniger pro Jahr. Dies alles schlage sich dann im Preis nieder, so KagFreiland. 

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