27.10.2019 14:55
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fütterung
Rund um die Uhr Futter vom Vector
Simon Zerwas aus Schaanwald FL füttert seine Masttiere mit dem Lely-Vector. Der Fütterungsroboter mischt täglich 30 Mal Futter nach acht Rationenplänen. Alle 40 Minuter schiebt er zudem das Futter zu.

Simon Zerwas bewirtschaftet in Schaanwald FL einen Grossviehmastbetrieb mit Gemüsebau, Ackerbau und Grünland. Im neuen, im  Mai eingeweihten Stall ist Platz für rund 95 Grossvieheinheiten. «Eigentlich ist es ein Labelstall, die Anforderungen von BTS und Raus sind erfüllt», erkärt Zerwas, «aber ich produziere nach den Vorgaben von QM Schweizer Fleisch.» 

Der Stall ist ein Tretmiststall, weil Zerwas der Überzeugung ist, dass man dem Boden mit dem Mist Humus und Struktur zurückgibt. «Zudem werde ich mit diesem Stall wohl lange nicht mehr mit dem Tierschutzgesetz in Konflikt kommen, bei Liegeboxen weiss man nie, wann die Masse wieder ändern», hat er sich abgesichert. «In den Tretmistboxen kann ich einfach einen Muni weniger einstallen pro Bucht oder Mutterkühe halten, wenn die Mast  nicht mehr rentiert.» Spaltenböden mit Gummiauflage kamen für ihn nicht infrage, weil auch viele Spaziergänger am Hof vorbeikommen. 

Zwei Harvestore-Silos

Die Fütterung besteht aus Mais- und Grassilage aus zwei Harvestore-Silos und aus je einem eiweiss- und einem energiebetonten Kraftfutter. Im Moment füttert Zerwas acht verschiedene Rationen.

Wobei: Mit der Fütterung hat der junge Betriebsleiter nicht mehr viel zu tun, diese hat er an einen Vector von Lely delegiert. Der Fütterungsroboter mischt täglich 30 Mal Futter, das er direkt ab den Silos bezieht. Er füttert nach acht   Rezepturen. 

Messen, dann mischen

Samuel Gstöhl von Lely erklärt: «Der Vector ist das einzige vollautomatische Fütterungssystem: Er misst, wie viel Futter noch an der Krippe liegt, und je nachdem entscheidet er, ob er das Futter nur zuschiebt oder ob er eine neue Ration mischt.

Dies ist abhängig von der Tageszeit und der Jahreszeit: Im Hochsommer haben die Masttiere in der Nacht bei den tieferen Temperaturen mehr gefressen als tagsüber.» 

2m3 Inhalt

Sobald der Vector neu mischen will, gibt er über eine Steuerung von Lely der Silofräse Bescheid, dass sie den Betrieb aufnehmen soll. Hat nur eine Mastgruppe Bedarf nach neuem Futter, mischt der Vector 150 Kilo Futter, sind zwei Gruppen anstehend, sind es 300 Kilo. «Maximal mischt er 450 Kilo», sagt Simon Zerwas, «es ist besser, mehrmals kleine Portionen zu mischen.

So ist das Futter immer frisch. Die maximale Füllmenge liegt bei 2m3, bei Silage wären also mehr als 450 Kilo Ration möglich, nicht aber, falls Heu eingemischt würde. «Ob wir Heu beifüttern sollen, stand auch zur Diskussion», blickt Simon Zerwas zurück, «dies wegen der Struktur im Futter. Diese ist aber auch mit Gras- und Maissilage kein Problem, weil ich das Gras selber häcksle und dabei auf einen sauberen Schnitt achte.» 

Sparsame Anlage

In Zeiten der Klimadiskussion nicht unrelevant: Beim Füttern mit dem Lely Vector besteht laut einer Studie der Technischen UniversitätMünchen (D) im Vergleich zum selbstfahrenden Mischwagen ein grosses energetisches Einsparpotenzial. Optimierungen durch die Anpassung der Nachmischzeiten, die Routenplanung und des Befüllgrades des Vector möglich. sum

Der Vector hat drei Orientierungsmöglichkeiten: Er orientiert er sich mit Ultraschall am Nackenrohr an der Fressachse. Weiter zählt er die Radumdrehungen, und es ist bei ihm Gyroskop ähnlich einem Kompass  eingebaut. Mit dem legt er kurze Strecken zurück. Kommt er am Fressgitter an, schaltet er auf Ultraschall um, und die langen Distanzen misst er anhand der Radumdrehungen ab.

Alle 40 Minuten

Simon Zerwas hat sich für einen Vector  entschieden, weil er keine Schienen für die Fortbewegung benötigt, und weil er  automatisch den Futterverzehr anpasst und alle 40 Minuten die Futterhöhe an der Krippe misst.

«Dies passiert beim Zuschieben des Futters», erklärt Samuel Gstöhl. «Dadurch, dass Muni und Rinder immer frisches Futter haben, können mehr Tiere pro Bucht gehalten werden, als Fressplätze vorhanden sind – und trotzdem gibt es beim Fressen kein Gedränge.» 

Offene TÜren

Am 2. und 3. November jeweils ab 10.30 bis 19 Uhr Uhr öffnet Simon Zerwas, Wisanels 5,  Schaanwald  (Fürstentum Liechtenstein)  die Tore zu seinem neuen Munimastbetrieb.

Zu sehen gibt es den Fütterungsroboter Lely Vector, der komplett aus dem Hochsilo befüllt wird.  Die beheizte Festwirtschaft lädt zum Verweilen und zum Austausch mit Berufskollegen ein. sum

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