24.03.2020 18:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Schlachtvieh
(Noch) keine Ausnahme für Fresser
Öffentliche Schlachtviehmärkte sind seit der Einführung des Notstandes in der Schweiz bis Mitte April verboten. Bei den Fressern haben der Berner Bauernverband und der Kanton Bern zusammen eine Alternative erarbeitet. Doch der Bund hat der Ausnahmebewilligung (noch) nicht zugestimmt.

Fresser konnten bis vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie auf öffentlichen Märkten aufgeführt werden. Vergangene Woche wurde jedoch der Notstand ausgerufen.

Rückstau befürchtet

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat den öffentlichen Schlachtviehmärkten, eingeschlossen Fresser, einen Riegel geschoben. Für solche Märkte können gemäss BLV keine Ausnahmebewilligungen erteilt werden. Es gibt es kein überwiegend öffentliches Interesse für die Durchführung von Schlachtviehmärkten, lautete die Begründung. Bis am 19. April ist die Durchführung solcher Märkte verboten.

Fresser sind besonders für kleinere Betriebe ein wichtiger Betriebszweig, insbesondere in abgelegenen Regionen mit erschwerter Produktion. Deshalb hat der Berner Bauernverband (BEBV) zusammen mit Partnern und dem Kanton Bern eine alternative Variante zur Vermarktung von Fressern erarbeitet. Denn bei den Fressern könnte diese fehlende Verkaufsplattform zu einem gewissen Rückstau führen. Es drohen Verkäufe unter dem Marktpreis.

Bund will Ausnahmebewilligung überprüfen

Der Antrag wurde dem Bundesamt für Landwirtschaft und dem BLV vorgelegt. Diese haben diesen zurückgewiesen. Die Bundesämter argumentierten, dass der Kanton eine Ausnahmebewilligung erteilen müsse.

Der Kanton kam dieser Aufforderung nach und erteilte am Montag die Bewilligung, wie der Berner Bauernverband im Newsletter mitteilt. Der Handel soll an Koordinationspunkten erfolgen. Doch der Bund gibt dennoch kein grünes Licht. Er will nun abklären, ob diese Ausnahmebewilligung rechtskräftig ist.

Damit ist der Handel von Fressern an Koordinationspunkten noch nicht erlaubt. Der Berner Bauernverband gibt sich nicht geschlagen. «Der BEBV versichert, dass er weiterhin mit Hochdruck an dieser Sache arbeitet, um eine Lösung zu erwirken», heisst es im Newsletter weiter.

Aebi will sich für Schlachtviehmärkte einsetzen

Auf nationaler Ebene soll sich bezüglich Schlachtviehmärkte etwas tun. Nationalrat Andreas Aebi (SVP, BE) versteht nicht, weshalb die öffentlichen Schlachtviehmärkte zurzeit verboten sind: «Diese dienen der Landesversorgung», sagte Aebi zu «Schweizer Bauer». Er will sich nun an den Bundesrat wenden und sich dafür einsetzen, dass die überwachten Schlachtviehmärkte unter den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit wieder durchgeführt werden dürfen. 

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