4.11.2019 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Immer weniger Rinder wegen Dürre
Wegen der Wasserknappheit und steigender Futterkosten setzt sich in Australien der Abbau der Rinderbestände fort.

Der Winter und der Start in den Frühling haben in Australien zu wenig Regen gebracht, um den in weiten Landesteilen bestehenden Feuchtigkeitsmangel im Boden zu beenden. Wegen der Wasserknappheit und steigender Futterkosten setzt sich laut der Branchenorganisation Meat and Livestock Australia (MLA) der Abbau der Rinderbestände fort.

Anhaltender Herdenabbau

Im August lagen die Schlachtungen den 16. Monat in Folge über dem jeweiligen Vorjahresniveau und der Anteil der weiblichen Tiere am Schlachtaufkommen liegt seit einem Jahr mit 54 % im Mittel überdurchschnittlich hoch, was einen anhaltenden Herdenabbau anzeigt. Nachdem der australische Rinderbestand zum Stichtag 30. Juni 2019 im Vorjahresvergleich bereits um gut 2 Millionen Tiere oder 7,2% auf etwa 26 Millionen Stück gesunken ist, rechnen die Analysten aus Canberra bis Mitte 2020 mit einem weiteren Rückgang um 450'000 Tiere auf 25,55 Millionen Rinder.

Angehoben wurde vom MLA die Prognose für das Schlachtaufkommen im laufenden Jahr. Dieses soll sich nun auf 8,88 Millionen Tiere einschliesslich Kälbern belaufen und damit das Vorjahresergebnis um 540'000 Stück oder 6,5% übertreffen. Bei etwas geringeren Schlachtgewichten dürfte die Fleischerzeugung bei annähernd 2,4 Mio t liegen, was gegenüber 2018 einem Zuwachs von 3,8% entspräche.

Einbruch Rindfleischproduktion

Für das kommende Jahr wird jedoch wegen der dann fehlenden Schlachttiere mit einem Einbruch der Rindfleischproduktion um 15% auf 2,04 Mio t gerechnet. Das wäre das niedrigste Niveau seit mehr als 15 Jahren. Erst danach könnte die Erzeugung wieder leicht zunehmen, ohne jedoch die Menge von 2019 zu erreichen.

Die derzeit höheren Schlachtzahlen lassen auch die australischen Rindfleischexporte steigen. Diese dürften im laufenden Jahr, unterstützt von einem schwächeren australischen Dollar und der starken Chinanachfrage, gegenüber 2018 um 5,5% auf fast 1,75 Mio t zulegen.  

 

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