15.02.2015 06:24
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Französische Rindfleischerzeuger in der Krise
Die angespannte finanzielle Situation der französischen Rinderhalter war das dominierende Thema bei der Jahresmitgliederversammlung des Fachverbandes der französischen Rinderhalter (FNB) Anfang Februar in Aveyron.

Vor dem Hintergrund schrumpfender Einkommen war die Krisenstimmung unter den Erzeugern groß, was auch durch Analysen staatlicher und privatwirtschaftlicher Institutionen bestätigt wurde: Der Experte des Allgemeinen Rates für Ernährung, Landwirtschaft und ländlichen Raum (CGAAER), Michel  Reffay, sprach von einer „Notsituation“, in der sich die Rindfleischerzeuger befänden. Vom Direktor für Landwirtschaft der Bank Crédit Agricole, Baptiste  Lelyon, würden Zahlen vorgelegt, nach denen die Erlössituation der Rinderhalter zu den schlechtesten überhaupt gehörte.

Seit 2007 habe nur das Jahr 2012 den Erzeugern ein Jahreseinkommen oberhalb der Marke von 20 000 Euro ermöglicht. „Dies verhindert Investitionen und die Modernisierung, weshalb die gegenwärtig schwierige Situation nicht nur ein konjunkturelles, sondern auch ein strukturelles Problem ist“, erläuterte Lelyon. FNB-Präsident Jean-Pierre  Fleury wies darauf hin, dass die fehlende Rentabilität die Zukunftsängste unter den Landwirten noch vergrößere. Dafür machte er auch die immer noch unklaren Regelungen zur Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Frankreich verantwortlich, beispielsweise die konkrete Ausgestaltung der Mutterkuhprämie.

Landwirtschaftsminister Stéphane  Le Foll sicherte anlässlich der FNB-Mitgliederversammlung den Rindfleischerzeugern Unterstützung zu. Er erinnerte daran, dass der Ausgleich für benachteiligte Gebiete bis 2017 auf mehr als 1 Mrd Euro im Jahr aufgestockt werde, wovon auch die Rinderhalter profitierten, Als gekoppelte Beihilfe für die Tierhalter will Le Foll über die neue Mutterkuhprämie jährlich 670 Mio Euro ausschütten. Neben weiteren Maßnahmen wie dem Erlass von Sozialbeiträgen für in Liquiditätsschwierigkeiten geratene Betriebe kündigte der Minister an, die Öffnung von Exportmärkten weiter voranzutreiben und sich auf europäischer Ebene für die Herkunftskennzeichnung von Verarbeitungsfleisch und für Marktmaßnahmen im Krisenfall einzusetzen.

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