9.02.2018 12:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Niederlande
Flüchtige Kuh Hermien ist ein Star
Hermien sollte eigentlich geschlachtet werden. Doch das Fleischrind ergriff die Flucht und lebt seit Wochen in einem Wald bei Lettele (NL). Für die Kuh wird bereits Geld gesammelt. -> Mit Video

Wäre alles nach Plan verlaufen, so würde Hermien nicht mehr Leben. Denn im Dezember sollte sie ins Schlachthaus gefahren werden. Doch beim Verladen in den Lastwagen gelang der Limousin-Kuh die Flucht vom Hof von Landwirt Herman Jansen.

Kuh lässt sich nicht einfangen

Hermien suchte sofort Schutz in einem Wald, wie holländische Medien berichten. Nur nachts verlässt sie ihr Versteck. Gemäss RTLniuews.nl sucht sie am Abend eine Scheune auf und frisst in der Nähe von Kälbern. Das Einfangen der Kuh ist bisher misslungen. Sowohl der Tierarzt mit seinen Betäubungspfeilen als auch ein beauftragter Jäger scheiterten bei dem Versuch, Hermien zu treffen. Zu Beginn kehrte Hermien jeweils in die Nähe ihres Heimathofs zurück um zu fressen. Landwirt Jansen fügte dem Futter ein Beruhigungsmitte zu. Doch die Kuh bemerkte dies und liess das Futter nach einem Biss liegen, wie iamexpat.nl berichtet.

Es wurden weitere Versuch unternommen, die Kuh einzufangen. Doch dem scheuen Tier gelingt immer wieder die Flucht. So lebt das Tier immer noch im Wald. Und es geht der Kuhdame wunderbar, wie ein Ende Januar veröffentlichtes Video zeigt. Hermien hat sich mit ihrer neuen Umgebung arrangiert.

Bauer will Kuh verschenken

Sollte die Kuh trotzdem noch eingefangen werden, wird sich nicht der Schlachtbank zugeführt. Landwirt Jansen hat mittlerweile verkündet, dass die Retter Hermien kostenlos mitnehmen dürfen. Wie gmx.ch schreibt, hat sich Bert Hollander, Besitzer einer Auffangstation für Milchkühe «in Rente», bereit erklärt, das Tier aufzunehmen.

Tierarzt Joep Driessen setzt jedoch ein Fragezeichen dahinter, ob sich die Kuh bald einfangen lässt. Es hätte nie auf sie geschossen werden sollen, sagt er. Um eine entflohene Kuh einzufangen, brauche man einfach andere Artgenossen.

50'000 Euro gesammelt

Die Flucht der Kuh ist in den Niederlanden ein eifrig diskutiertes Thema, der Überlebenswille wird bewundert. Unter dem Hashtag #jesuishermien finden sich hunderte Einträge. In vielen Ländern wird über die Flucht des Fleischrinds berichtet.

Es gibt Aufrufe, die Kuh zu «begnadigen». Und ein Schwiegersohn der ehemaligen Königen Beatrix macht sich für Hermien stark. Er ruft für Spenden auf. Wie die «Stuttgarter Nachrichten» schreibt, hat die Tierschutzorganisation «Party for the Animals» bereits 50’000 Euro (58'500 Franken) für die Freiheit Hermien gesammelt. Und unter dem Slogan «Make Hermien fat again» (Macht Hermien wieder fett) werben Fans auf T-Shirts und Baseballkappen für ihre Rettung.

Den Hype um ihre Flucht ist Hermien wohl reichlich egal. Die Limousin-Kuh geniesst ihre Freiheit in einem Wald bei Lettele.

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