20.05.2019 13:58
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Flückiger*
Mutterkuh
Falscher Stier geht ins Geld
Bei einer Umstellung auf Mutterkuhhaltung lohnt es sich, frühzeitig ein Erstberatungsgespräch zu absolvieren – spätestens aber vor Investitionen wie Stallbauten oder Tierzukauf. Dies bewahrt vor teuren Fehlentscheiden.

«Guten Tag. Ich habe auf Mutterkuhhaltung umgestellt und würde gerne in den nächsten paar Wochen die ersten Schlachtiere liefern. Können Sie mir sagen, wie das geht?» Solche und ähnliche Anrufe erhält die Geschäftsstelle von Mutterkuh Schweiz ab und zu.

Manche Betriebsleiter sprechen vor einer Umstellung etwa mit einem benachbarten Mutterkuhhalter oder mit einem Stallbauer, aber nehmen erst spät mit Mutterkuh Schweiz Kontakt auf. Will man jedoch in ein Label wie Natura-Beef liefern, dann ist ein frühzeitiger Kontakt zum Labelinhaber – bei Natura-Beef ist dies Mutterkuh Schweiz – sehr zu empfehlen.

Fehler leicht vermeidbar

Obwohl die Mehrheit der Betriebsleiter sich frühzeitig informiert und die Umstellung sorgfältig abwägt und plant, kommt es bei einer Minderheit zu ärgerlichen Situationen. Sei es, weil eine ganze Mutterkuhherde mit einem nicht anerkannten Stier belegt oder beim Stallbau nicht berücksichtigt wurde, dass auf einem für die Marken von Mutterkuh Schweiz anerkannten Betrieb keine Aufzuchtrinder angebunden gehalten werden dürfen. 

Immer wieder verlieren Betriebe Geld wegen solchen Missgeschicken, die bei rechtzeitigen und sorgfältigen Abklärungen mit wenig Aufwand hätten vermieden werden können. Neben den Vorschriften für bestimmte Labels gibt es noch einen anderen Aspekt: Wer heute auf Mutterkuhhaltung umstellt, muss nicht mehr wie ein Pionier alles neu erfinden. Er kann und sollte von den Erfahrungen profitieren, die andere gemacht haben.

Meinungen einholen

Ein sogenanntes Erstberatungsgespräch ist inzwischen obligatorisch, wenn man Mitglied bei Mutterkuh Schweiz werden will. Die Berater sind alle selber erfahrene und langjährige Mutterkuhhalter. Nach dem Erstberatungsgespräch steht es einem frei, ob man Mitglied werden will oder nicht. Der Austausch mit Berufskollegen  und weiteren Fachleuten – etwa  der eigene Buchhalter, wenn es um die Wirtschaftlichkeit geht – sind ebenfalls wertvoll.

Unbedingt Gedanken machen sollte man sich über die Vermarktung. Heute gibt es verschiedene Programme für Fleisch aus Mutterkuhhaltung, und das Wachstumspotenzial ist beispielsweise  bei Natura-Veal grösser als bei Natura-Beef.

Ab zwei Monaten

An diese Stelle gehört ein Hinweis auf die geforderte Mindesthaltedauer: Kälber, die als Natura-Veal oder Natura-Beef vermarktet werden, müssen spätestens ab dem Alter von zwei Monaten auf einem anerkannten Betrieb gehalten worden sein. Diese Vorgabe wird auch auf neue Betriebe angewendet. Das bedeutet: Kälber, die bei der ersten Anerkennung des Betriebs für die Markenprogramme älter als zwei Monate sind, können nicht in diese Programme geliefert werden. Wer sich rechtzeitig informiert, kann diese Frist im Voraus berücksichtigen und einplanen. 

*Der Autor ist Leiter Kommunikation bei Mutterkuh Schweiz.


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