28.10.2014 09:42
Quelle: schweizerbauer.ch -
Brasilien
Brasilien: Deutlich mehr Feedlots
Die Intensivierung der brasilianischen Rindfleischproduktion wird laut einem aktuellen Report der Rabobank bis 2023 kräftig an Fahrt aufnehmen und damit erheblich zu einem weiteren Anstieg der Gesamtrindfleischerzeugung des südamerikanischen Staats beitragen.

Zu erwarten sei, dass die Zahl der Tierplätze in Feedlots bis 2023 landesweit von jetzt 2 Millionen auf dann 4,5 Millionen erhöht werde, heisst es in dem Report „Beefing up in Brazil: Feedlots to drive Industry Growth“. Bei durchschnittlich zwei Mastdurchgängen im Jahr könnten demnach 2023 jährlich insgesamt 9 Millionen Rinder in Feedlots gemästet werden.

166 Prozent mehr

Die Menge an Rindfleisch, die auf diesem Weg 2023 in Brasilien tatsächlich erzeugt wird, prognostiziert die Rabobank auf zusammen 2,5 Mio. Tonnen. Das wären 166 Prozent mehr als im aktuell laufenden Jahr. Die Fleischproduktion in der Weide- und semiintensiven Haltung dürfte gleichzeitig voraussichtlich um 20 Prozent auf 10,6 Mio. t zulegen. Für die Gesamtrindfleischproduktion Brasiliens ergebe sich eine Erhöhung um 36 Prozent auf 13,1 Mio. t im Jahr 2023.

Damit übertrifft die Schätzung des Kreditinstituts sogar die Vorhersage des Landwirtschaftsministeriums in Brasília, derzufolge die heimische Rindfleischproduktion bis 2023/24 um 23 Prozent auf 12,0 Mio. t zunehmen wird.

Noch lange nicht US-Niveau

Als Gründe für den Ausbau der Feedlots, der die brasilianischen Landwirte laut Rabobank geschätzte 250 Mio. USD (237 Mio. Fr.) und 500 Mio. USD (370 Mio. Fr.) kosten wird, nennt das Kreditinstitut die weltweit steigende Nachfrage nach Fleisch sowie die Ausweitung der Getreide- und Sojaproduktion in Brasilien. Durch die Ausdehnung der Anbauflächen von Soja und Getreide werde die Weidehaltung von Rindern zunehmend auf weniger gute Standorte verdrängt.

Trotz verbesserter Managementsysteme und Fortschritte in der Züchtung sinke dadurch die Rentabilität dieser Haltungsform, erläutert die Rabobank. Daneben beförderten auch die Logistikprobleme des südamerikanischen Landes die Entstehung von Feedlots. Die Transportkosten seien nämlich so hoch, dass sich gerade bei Getreide der Export oft nicht lohne. Rentabler sei dann der Einsatz als Futter.

In Feedlots wird der Grossteil des Futters zugekauft, wobei die Rationen in erster Linie aus Getreide und Mais bestehen. Das Produktionssystem ist bisher vor allem in Nordamerika, Australien, Argentinien und Südafrika verbreitet. Allein in den USA wurden laut Zahlen des dortigen Landwirtschaftsministeriums im zurückliegenden Juli insgesamt 10 Millionen Rinder in grösseren Feedlots mit mehr als 1'000 Tierplätzen gehalten.

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