27.10.2018 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Viehschau
Mehr Kontrollen vor dem Ring
Neu werden Schaukühe schon vor dem Einzug in den Ring kontrolliert. Laut Markus Gerber, Präsident von Swissherdbook, nehmen hier einzelne Aussteller ihre Eigenverantwortung nicht ganz wahr.

«Schweizer Bauer»: Gemäss der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) wurden im laufenden Jahr Ultraschalluntersuchungen erstmalig breit eingesetzt. Bei welchen Ausstellungen war dies der Fall?
Markus Gerber: Zwingend an allen nationalen Ausstellungen der Milchrassen. Die Liste der Ausstellungen ist im Anhang des Reglements aufgeführt.

Wie lange vor dem Einzug in den Ring wurden die Euter der Kühe untersucht? 
Die Euter wurden in diesem Jahr nach der Rangierung im Ring untersucht, jeweils eine bis vier Kühe pro Kategorie wurden kontrolliert.

Was für ein Fazit ziehen Sie aus den Ergebnissen der Untersuchungen?

Zusammen mit den Kantonstierärzten ziehen wir ein positives Fazit aus der Ultraschalluntersuchung. Sie ermöglicht eine neutrale Beurteilung der Euterfülle.

Kernpunkte des neuen Reglements sind Ausbau und Stärkung der Kontrollen vor dem Schauring. Was genau ist damit gemeint?
Es hat sich gezeigt, dass wir die Kühe noch vermehrt schon vor dem Eintritt in den Ring kontrollieren müssen. Leider nehmen hier einzelne Aussteller ihre Eigenverantwortung nicht ganz wahr.

Nach welchen visuellen Kriterien werden die Kühe beurteilt?

Die Beurteilung erfolgt über die Präsenz des Zentralbands und die Festigkeit des Euters. Auf Antrag des Züchters oder der Kontrollkommission kann zu diesem Zeitpunkt eine Kuh einer Ultraschalluntersuchung des Euters unterzogen werden.

Wer bildet die Kontrollpersonen aus? Und wer garantiert, dass sie ihre Aufgaben unbefangen erledigen?
Ende November findet der ASR-Kurs für Kontrollpersonen statt, wo neben Professor Adrian Steiner auch die LBE-Chefexperten beteiligt sind. Die Zusammenstellung der Kommission muss so erfolgen, dass eine unbefangene Kontrolle gewährleistet ist.

Verzögert dieses Vorgehen mit Kontrollen vor dem Schauring nicht den Ablauf einer Schau, wenn die Kategorien nicht zügig einlaufen können?
Der Ablauf mit der Vorringkontrolle muss genau eingeplant werden. Kommt ein Tier zu spät zur Kontrolle, kann es nicht in den Ring. 

Wieso braucht es noch Kollodium, wenn die Zwischenmelkzeiten eingehalten werden und die Kontrollen überladene Euter ausschliessen?
Der Einsatz von Kollodium verhindert das Tropfen der Milch aus den Zitzen, hervorgerufen durch eine ungewollte Stimulation der Kuh im Zusammenhang mit den Vorbereitungen. Der Einsatz im Alltag oder an den Ausstellungen von Kollodium hat sich bewährt. 

Mit was für Sanktionen muss ein Züchter rechnen, der sich nicht ans ASR-Reglement hält?
Die erste Massnahme gilt immer dem Tierwohl, sprich dem Melken der Kuh. Werden Sanktionen ausgesprochen, gehen diese vom Ausschluss des   Wettbewerbs für das betroffene Tier bis zu einer Sperre von 25 Monate für den Züchter. 

Das Reglement

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) hat das überarbeitete Ausstellungsreglement verabschiedet. Kernpunkte sind dabei der Ausbau und die Stärkung der Kontrollen vor dem Schauring, das explizite Verbot von prophylaktischen medizinischen Behandlungen sowie das Verbot, Milch teilweise abzulassen. Zusätzlich zu der im Jahr 2017 beschlossenen Einführung der Ultraschalluntersuchung wird die Vorringkontrolle zum zentralen Element der Überwachung. Die ASR hält zudem an der Zulassung von Collodium fest. sum

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