20.06.2019 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Milchmarkt
Weltmilchmarkt:Preise fallen erneut
Der Rückgang der Notierungen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade hat sich bei der Auktion am Dienstag fortgesetzt. Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank gegenüber dem vorhergehenden Event um 3,8%.

Dabei gaben die Notierungen für fast alle gehandelten Produkte nach, nur Kasein verzeichnete ein Plus. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt. Von Dezember 2018 bis Mitte Mai 2019 hatte der Index kontinuierlich zugelegt, seither tendiert er nach unten. Das gestiegene Angebot bei dieser Auktion dürfte der Hauptgrund dafür sein.

Butter mit höchsten Minus

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) verringerte sich gestern gegenüber dem vorherigen Event um 3,3% auf 5'530 USD/t (5'493 Fr.). Die durchschnittliche Notierung für Butter sank um 5,7% auf 4'553 USD/t (4'522 Fr.). Cheddar-Käse verzeichnete ebenfalls ein Minus, der Index fiel um 4,3% auf 3'781 USD/t (3'755 Fr.). Der Index für Laktose gab um 2,2% auf 875 USD/t (869 Fr.) nach. Dem gegenüber wurde Kasein mit 7'494 USD/t (7'443 Fr.) (+2,3%) höher bewertet.

Erneut rückläufig waren auch die Notierungen im Pulverbereich: Der Index für Magermilchpulver sank um 3,5% auf 2'358 USD/t (2'520 Fr.). Etwas deutlicher fiel das Minus bei Vollmilchpulver, dem Leitprodukt dieser Auktion, aus: Der Index verringerte sich um 4,3% auf 3'006 USD/t (2'985 Fr.).

Grosses Angebot drückte auf die Preise

Die Analysten der neuseeländischen Börse NZX führen den Indexrückgang beim jüngsten GDT-Event in erster Linie auf das erneut stark gestiegene Angebot - vor allem im Milchpulverbereich - zurück. Insgesamt wurden diesmal Molkereiprodukte im Umfang von 24'239 t verkauft, um 22% mehr als bei der vorhergehenden Auktion (19'874 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter stieg auf 166.

Bei Magermilchpulver sanken die Kurse für die Juli-Kontrakte am stärksten. Dies dürfte laut Experten darauf hinweisen, dass die Käufer ihren kurzfristigen Bedarf bereits gedeckt haben. Ähnlich ist die Situation bei Butter, wo insbesondere die Juli- und August-Kontrakte das grösste Minus aufwiesen. Ökonomen der australischen Westpac Bank weisen darauf hin, dass das verlangsamte Wirtschaftswachstum in wichtigen Zielmärkten wie etwa China einen gewissen "Gegenwind" für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt bewirken könnte, gleichzeitig wird die prognostizierte geringere Milchanlieferung in den USA als positives Signal gewertet. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE