7.03.2019 09:25
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Milchmarkt
Weltmilchmarkt: Preise legen zu
Die Notierungen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade sind bei der Auktion in dieser Woche erneut gestiegen. Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, erhöhte sich gegenüber dem vorhergehenden Event um 3,3%.

Es war dies die siebente Erhöhung in Folge. Die deutlichsten Steigerungen wurden bei Buttermilchpulver, Cheddar-Käse und Vollmilchpulver verzeichnet, während Magermilchpulver geringer bewertet wurde. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklu ng am Weltmilchmarkt.

Gegenläufige Trends bei Milchpulver 

Der Index für wasserfreies Milchfett (AMF) stieg bei der jüngsten GDT-Auktion im Mittel um 3,9% auf 5'837 USD/t (5'860 Fr.). Die Butter-Notierung legte im Schnitt um 3,7% auf 4'657 USD/t (4'675 Fr.) zu. Noch stärker, nämlich um 11% auf 3'480 USD/t (3'494 Fr.), erhöhte sich der mittlere Kurs für Buttermilchpulver. Auch Cheddar-Käse wies mit 3'888 USD/t (3'903 Fr.)ein deutliches Plus auf (+6%). Der Index für Laktose fiel mit 1'009 USD/t (1'013 Fr.) um 0,6% höher aus und jener für Kasein blieb mit 5'649 USD/t (5'672 Fr.) stabil.

Während Vollmilchpulver ebenfalls einen spürbaren Kursaufschlag von 6% auf durchschnittlich 3'186 USD/t (3'199 Fr.) erzielte, wurde bei Magermilchpulver der seit Dezember 2018 bestehende Aufwärtstrend gestoppt. Der mittlere Kurs fiel um 4,3% auf 2'462 USD/t (2'472 Fr.). In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 23'930 t verkauft und damit um 5,5% weniger als bei der vorhergehenden Auktion (25'324 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter stieg von 169 auf 176.

Geringeres Angebot und stabile Nachfrage stützen die Preise

Der erneute Anstieg der GDT-Notierungen kommt für die Analysten nicht wirklich überraschend. Die Nachfrage nach Vollmilchpulver (das Leitprodukt dieser Auktion) sei anhaltend gut, stellt Emma Higgins, Milchmarktexpertin der Rabobank fest. China signalisiere weiterhin einen hohen Importbedarf, gleichzeitig werde das Milchangebot in Neuseeland aufgrund einer Hitzeperiode begrenzt, berichtet Nathan Penny von der ASB Bank. Sollte die globale Milcherzeugung weiterhin langsamer als der Bedarf wachsen, so dürfte sich dies auf die Notierungen in den kommenden Monaten positiv auswirken.

In der EU wurde im Gesamtjahr 2018 um 0,9% mehr Milch angeliefert als 2017. Im letzten Quartal war die Anlieferung aber spürbar geringer als im Vorjahreszeitraum, im Dezember wurde ein Minus von 1% verzeichnet. In Australien fiel die Erzeugung in der ersten Hälfte der Milchsaison 2018/19 (Juli bis Dezember) witterungsbedingt um 5,1% geringer aus. Neuseeland meldete von Juni bis Dezember 2018 ein Plus von 4,4%, die Hitzewelle im Februar hat jedoch das Rohmilchangebot verringert. In den USA lag die Anlieferung im Gesamtjahr 2018 um 0,9% über dem Wert von 2017. 

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