6.08.2020 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Globaler Milchmarkt
Weltmilchmarkt: Preise brechen ein
An der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade tendierten die Notierungen der gehandelten Molkereiprodukte diese Woche deutlich nach unten. Am stärksten gaben die Kurse für Vollmilchpulver mit einem Minus von 7,5% nach.

Aber auch Butter, Cheddar-Käse und Magermilchpulver verzeichnen spürbare Rückgänge.

Wichtiger Indikator

Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank um 5,1%. Bei der Auktion Anfang Juli hatte der Index noch überraschend stark (+8,3%) zugelegt. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung am internationalen Milchmarkt. 

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) stieg beim Event um 3% auf 3'994 USD/t (3'627 Fr.). Bei Laktose erhöhte sich der Index im Mittel um 5,7% auf 1'349 USD/t (1'225 Fr.). Dem gegenüber kam es bei Butter zu einem Rückgang um 2,8% auf 3'438 USD/t (3'122 Fr.). Die Kurse für Buttermilchpulver verringerten sich gestern um 6,5% auf durchschnittlich 2'259 USD/t (2'052 Fr.). Auch Cheddar-Käse wurde diesmal niedriger bewertet, der Index sank um 5,3% auf 3'568 USD/t (3'240 Fr.). 

Milchpulverkurse deutlich im Minus 

Deutlich negativ tendierten auch die Kurse für Milchpulver: Der Index für Magermilchpulver gab um 4,6% auf 2'583 USD/t (2'346 Fr.) nach. Die mittlere Notierung für Vollmilchpulver, das Leitprodukt dieser Auktion, verringerte sich um 7,5% auf einen mittleren Wert von 3'003 USD/t (2'727 Fr.). Anfang Juli hatte der Kurs noch überraschend stark um 14% zugelegt. 

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 32'696 t verkauft, damit lag die Menge deutlich über dem Niveau der vorhergehenden Auktion (23'995 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter war mit 164 relativ stabil. 

Analysten sehen Pendelbewegung 

Die meisten Analysten zeigen sich vom deutlichen Index-Rückgang wenig überrascht. Nach dem starken Index-Anstieg vor einem Monat seien die Kurse jetzt wieder zurückgependelt, betont etwa Chris Tennent-Brown, Agrarexperte der neuseeländischen ASB Bank. Dies gelte insbesondere auch für die Notierungen für Vollmilchpulver. Darüber hinaus sei das Angebot diesmal relativ hoch ausgefallen.

Gleichzeitig hätten sich die Käufer, vor allem jene aus Nordasien, diesmal eher zurückhaltend gezeigt. Offenbar warte man die weitere Kursentwicklung ab, bevor man sich mit grösseren Mengen eindecke. Kurzfristig erwarten die Analysten eine Stabilisierung des Index auf dem aktuellen Level, mittelfristig werde vor allem das globale Milchangebot eine wichtige Rolle bei der Preisbildung spielen, so die Experten. 

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