25.02.2020 17:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Käsemarkt
Sortenorganisationen erhöhen Preise
Käse dürfte in den Läden bald teurer werden. Die Sortenorganisationen Gruyère, Emmentaler und Sbrinz wollen die Preise auf den 1. April 2020 erhöhen.

Wie die Fachzeitschrift Alimenta berichtet, haben die drei Sortenorganisationen beschlossen, den Preis pro Kilo Käse um 60 Rappen zu erhöhen.

Froh um Entscheid von Gruyère

Die Preiserhöhung wird auf die Milchproduzenten, Käser und Affineure aufgeteilt. Jede Partei erhält 20 Rappen. Für die Milchbauern, die in den Gruyère-Kanal liefern, bedeutet dies eine Preiserhöhung von rund 2.75 Rappen pro Kilo Milch. Käser könnten mit einer Erhöhung von ungefähr 0,7 Rappen rechnen, wie Philipp Bardet, Direktor der Sortenorganisation IPG Gruyère AOP sagt, zu Alimenta sagt.

Der Zeitpunkt für eine Erhöhung ist gemäss Fromarte-Präsiden Hans Aschwanden gut. Die Akzeptanz im Detailhandel sei momentan gegeben. Man sei froh, dass die Sortenorganisation Gruyère die Preise erhöht habe. Beim Tilsiter entscheidet sich in dieser Woche, ob die Preise angehoben werden.

Milcheinlieferungen seit Monaten rückläufig

Die Sortenorganisation Appenzeller ist nicht ganz so optimistisch. Entschieden wird am 13. März. Im Kontext zur aktuellen Wechselkursentwicklung Franken / Euro sei ein solcher Schritt sehr gut zu überlegen, sagte Direktor Christoph Holenstein gegenüber Alimenta.

Die Milcheinlieferungen in den vergangenen Monaten sind deutlich zurückgegangen. Seit August 2018 ist die Milchmenge im Vergleich zum Vorjahresmonat rückläufig. 2019 ist die Produktion auf den tiefsten Stand seit 2007 gesunken. Mit 3‘399‘271 Tonnen produzierter und in Verkehr gebrachter Milch wurde 2019 die Marke von 3.4 Mio. Tonnen knapp verfehlt. Gegenüber 2018 nahm die Produktion um 1.6 Prozent oder 55‘157 Tonnen ab. 

Richtpreise wurde nicht erhöht

Aufgrund der rückläufigen Milchproduktion und insbesondere der knappen Butterlager haben die Produzentenvertreter im Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) eine Richtpreiserhöhung beantragt. Die Forderung erreichte aber keine Mehrheit. 

Somit bleibt der A-Richtpreis im 2. Quartal 2020 unverändert. In den 71 Rp. sind sowohl die seit dem 1. Januar 2019 vom Bund direkt mit der Milchproduktion verknüpfte Milchzulage von 4,5 Rp. pro kg als auch der am 1. September 2019 eingeführte Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rp./kg eingeschlossen.

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