22.05.2016 07:53
Quelle: schweizerbauer.ch -
Milchpries
Nur noch 18 Cent Milchpreis
Die Preismisere am Milchmarkt erhitzt auch in Deutschland weiter die Gemüter. Jüngster Anlass dazu war ein Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), in dem unter Berufung auf Vertreter mehrerer Molkereien aktuelle Auszahlungspreise von lediglich 18 Cent je Kilogramm Rohmilch (20 Rp./kg) in manchen Regionen genannt wurden.

Erst Anfang Mai war die Preissenkungsrunde für Milcherzeugnisse im Lebensmitteleinzelhandel über Partei- und Verbandsgrenzen hinweg auf Kritik und Unverständnis gestoßen.

Mit Blick auf das neuerliche Preistief forderte der neue baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk eine tragfähige Lösung für die Landwirte und eine Rückführung der Milchmenge in Europa. Zugleich begrüßte er, dass die Bundesregierung nun prüfe, wie die Landwirte steuerlich besser gestellt und bei der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) entlastet werden könnten und welche Möglichkeiten es für die Branche gebe, ihre Produktionshöchstmengen selbst festzulegen. Maßnahmen für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Milchbranche forderte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karin Thissen.

In diesem Zusammenhang sieht sie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mit seiner jüngsten Äußerung zu einem staatlichen Tierwohllabel auf dem richtigen Weg. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, nannte Auszahlungen von 20 Cent pro Liter Milch und weniger als einen „neuen traurigen Rekord nach unten“ und forderte erneut eine Begrenzung der Milchproduktion. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, Thomas Domres, bezeichnete einen Milchpreis von 20 Cent als „sittenwidrig“.

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