7.09.2018 15:46
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Nachhaltigkeitszuschlag von 2 Rp.
Der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) einigte sich auf einen Branchenstandard für nachhaltige Milch. Dieser wird am 1. Juli 2019 eingeführt. Der Bauern erhält einen Zuschlag von 2 Rp./kg. Der Richtpreis für industrielle Molkereimilch im A-Segment hingegen bleibt unverändert bei 68 Rp./kg.

Der Branchenstandard für nachhaltige Milch wird Tatsache. Die BOM hat die Einführung am Donnerstag beschlossen. Die Einführung ist auf dem 1. Juli terminiert. Ziel ist es, dass nach einer Übergangsfrist von 4 Jahren sämtliche Schweizer Milch nach strengeren Kriterien produziert und verarbeitet wird. Produzenten, die nach den Kriterien produzieren, erhalten einen Zuschlag von 2 Rappen je Kilo.

Die Mehrwerte des neuen Standards in den Bereichen Tierwohl, Fütterung, Futterherkunft, Verarbeitung und Handel sollen ausgelobt werden. Ein einheitlicher Auftritt am Markt helfe der Branche, schreibt die BOM am Freitag in einem Communiqué. Die neuen Standards gehen über die heutigen Standards hinaus. «Die Anforderungen für die Produzenten und die Umsetzung werden in einer ausführlichen Dokumentation in der kommenden Woche publiziert», hält die BOM. Vermutlich muss in Zukunft jeder Betrieb an einem der beiden Tierwohlprogramme BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) und Raus (Regelmässiger Auslauf im Freien) teilnehmen.

2017 haben 19'951 Betriebe Direktzahlungen bezogen, Milchkühe gehalten und Verkehrsmilch abgeliefert. 83% machten bei Raus mit, davon 35% zugleich bei BTS, zusätzliche 3% waren nur für BTS angemeldet. Es bleiben 14% der Betriebe mit 9% der Kühe, die bei keinem der beiden Programme mitgemacht haben. Das entspricht um die 2'800 Betriebe, die von einem BOM-Kriterium «BTS oder Raus» betroffen gewesen wären.

Kein Gehör hatte die BOM für eine Richtpreiserhöhung für industrielle Molkereimilch im A-Segment. Aufgrund der Trockenheit haben viele Bauern einen Engpass an Futter. Sie mussten zukaufen, Winterfutter verfüttern oder Tiere schlachten. Aufgrund der heissen und trockenen Witterung sind die Milcheinlieferungen deutlich gesunken. Die Milchbauern haben also höhere Kosten bei sinkenden Erlösen.

Der Antrag über eine temporäre Erhöhung des Richtpreises wurde abgeschmettert. «Der Vorstand blieb bei seinem Entscheid, dass die Verbindung zwischen Trockenheit und A-Richtpreis nicht der richtige Weg sei», heisst es in der Mitteilung. Sollte sich die Einschätzung der Produzenten von sinkenden Einlieferungen und tieferen Gehalten bewahrheiten, würden sich die Preise am Markt nach oben bewegen. «Insbesondere eine knappere Verfügbarkeit von Milchfett könnte sich dann sehr schnell im Markt durchschlagen», teilt die BOM mit.

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