30.10.2016 10:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milch: Höhere Preise sofort weitergeben
Eine sofortige und vollständige Weitergabe der von den Molkereien und dem Handel erzielten Mehrerlöse an die Landwirte hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) jetzt erneut gefordert.

Die aktuellen Preissteigerungen bei Trinkmilch seien dringend nötig, um die Milchauszahlungspreise auf mindestens 40 Cent (44 Rp.) pro Kilogramm zu erhöhen, betonte der Verband am vergangenen Freitag. Obwohl sich die Märkte für Milch bereits seit einigen Wochen positiv entwickelten, machten die Milchviehhalter noch immer mit jedem Liter Milch, den sie melkten, Verluste.

„In einem Preissystem, in dem sich immer erst Handel und Molkereien ihre Marge ziehen und die Milchbauern erhalten, was übrig bleibt, sind die Bauern nicht nur Restgeldempfänger. Sie profitieren als letztes Glied in der Wertschöpfungskette auch viel zu spät von Markterholungen“, monierte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. Die Molkereien stünden in der Pflicht, die deutlich besseren Vermarktungschancen unmittelbar in den Milcherzeugerpreisen umzusetzen.

Zusätzlich sei die Politik zum Handeln aufgefordert, um den Bauern eine langfristige Perspektive zu schaffen. Dazu gehöre die Sicherheit darüber, dass sich Krisen wie die aktuelle nicht in schneller Folge und mit ähnlicher Intensität wiederholten. Deshalb müsse mit Hochdruck an der Installierung eines Konzepts für das Marktkrisenmanagement gearbeitet werden, mit dem Krisen durch eine stufenweise Anpassungen des EU-Milchangebots an die reale Nachfrage effektiv und vor allem frühzeitig entgegengewirkt werden könne, so der Bundesverband.

Teile dieses Konzepts seien in den vergangenen Wochen auf europäischer und deutscher Ebene umgesetzt worden und zeigten Wirkung. Diese Erfahrungen gelte es nun zu nutzen und das Konzept dauerhaft und vollständig zu installieren.

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