20.02.2020 10:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: A-Richtpreis nicht erhöht
Der Richtpreis für industriell verarbeitete Molkereimilch im A-Segment bleibt im 2. Quartal bei 71 Rappen je Kilo Milch. Trotz rückläufigen Milchmengen und tiefen Butterlagern wurde eine Richtpreiserhöhung abgelehnt.

Seit August 2018 ist die Milchmenge im Vergleich zum Vorjahresmonat rückläufig. 2019 ist die Produktion auf den tiefsten Stand seit 2007 gesunken. Mit 3‘399‘271 Tonnen produzierter und in Verkehr gebrachter Milch wurde 2019 die Marke von 3.4 Mio. Tonnen knapp verfehlt. Gegenüber 2018 nahm die Produktion um 1.6 Prozent oder 55‘157 Tonnen ab. Und in den kommenden Monaten deuten die Prognosen auf einen weiteren Rückgang der Erzeugung hin.

Aufgrund der rückläufigen Milchproduktion und insbesondere der knappen Butterlager haben die Produzentenvertreter im Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) eine Richtpreiserhöhung beantragt. Die Forderung erreichte aber keine Mehrheit. 

Somit bleibt der A-Richtpreis im 2. Quartal 2020 unverändert. In den 71 Rp. sind sowohl die seit dem 1. Januar 2019 vom Bund direkt mit der Milchproduktion verknüpfte Milchzulage von 4,5 Rp. pro kg als auch der am 1. September 2019 eingeführte Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rp./kg eingeschlossen.

«Trotz des Entscheides, den Richtpreis nicht zu erhöhen, war sich der Vorstand darin einig, dass sich die tatsächlich ausbezahlten Milchpreise aufgrund der ungenügenden Butterlager näher an die Richtpreise entwickeln müssen», hält die BOM im Communiqué fest. Bei den Milchbauern dürften diese Worte wie Hohn in den Ohren klingen.

Vorstand: 

Produzenten

Rudolf Bigler, Aaremilch AG; Sepp Dörig, PO Ostschweiz; Christian Banga MIBA; Jürg Dummermuth Mittelland Milch; Pirmin Furrer ZMP; Stephan Hagenbuch SMP; Mireille Hirt APLC; Hanspeter Kern SMP; Didier Roch SMP; René Schwager mooh

Verarbeiter/Handel

Markus Willimann Emmi Schweiz AG; Roland Frefel Coop; Jacques Gygax Fromarte; Lorenz Hirt VMI; Hans Aschwanden ZMKV; Christian Oberli Gen. Ostschweizer Milchverarbeiter; Werner Schweizer Hochdorf Swiss Nutrition AG; Andreas Wegmüller Crémo SA; Christof Züger Züger Frischkäse AG

Das sind die Mitglieder der BOM

Milchindustrie:

Vereinigung der Schweizer Milchindustrie VMI, Vereinigung Schweizer Mittelmolkereien VSMM, Baer AG, Cremo SA, Emmi Schweiz AG, Hochdorf Swiss Nutrition AG, LATI SA, Milco Industrie SA, Nestle SA, Swiss Premium AG, Züger Frischkäse AG

Gewerbliche Käser

Fromarte, Association des Artisans fromagers romands, Bernischer Milchkäuferverband, Genossenschaft Ostschweizer Milchverarbeiter, Zentralschweizer Milchkäuferverband, Zürcher Milchkäuferverband

Detailhandel

Coop, Aldi Suisse

Produzenten

Schweizer Milchproduzenten SMP, Aaremilch AG, Arnold Produkte AG, Association des producteurs de Nestlé Broc APLN, Association des producteurs de lait de cremo SA APLC, Association des producteurs de Milco APLM, Fédération des sociétés fribourgeoises de laiterie FSFL, MIBA Genossenschaft, Mittelland Milch, mooh Genossenschaft, OP Federazione ticinese produttori di latte FTPL, OPU Laiteries Réunies de Genève LRG, PMO Züger/Forster, PMO Strähl, PO Ostschweiz. Prolait - Fédération laitière, Thur Milch AG, Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP

7000 Milchbauern weniger als 2010

Immer weniger Bauern produzieren Kuhmilch – an diesem Fakt hat sich auch 2019 nichts geändert. Vergangenes Jahr haben 520 Betriebe die Produktion aufgegeben. Damit zählte die Schweiz Ende 2019 noch 19‘048 Milchbauern. Die Marke von 19'000 dürfte in diesem Jahr klar unterschritten werden.

Noch im Jahr 2010 zählte die Schweiz 26'000 Milchbauern. Seitdem haben rund 7000 Betriebe mit Melken aufgehört. 2015 haben 832 Betriebe die Produktion aufgegeben. 2016 sind 778 Betriebe ausgestiegen. 2017 zogen sich 776 Betriebe aus der Produktion zurück. Und 2018 haben 643 Bauern die Produktion beendet.

69 Betriebe mit mehr als 1 Million Kilo

Wie bereits im Vorjahr liegt der Rückgang bei sämtlichen Grössenklassen, die weniger als 300‘000 kg Milch pro Jahr produzieren. Die grösste Zunahme stellte sich bei Betrieben mit einem Produktionsvolumen zwischen 500'000 und 1 Million Kilo ein. In dieser Grössenklasse hat die Anzahl Produzenten um 43 Einheiten zugenommen. 2019 zählte die Schweiz 69 Betriebe, die mehr als 1 Million Kilo Milch produzieren. Das sind 2 mehr als 2018. 

Die 16‘478 Milchproduzenten mit einer Produktion von bis zu 300‘000 kg erreichen zusammen eine Milchmenge von insgesamt 2‘058‘079 Tonnen oder 62.6 Prozent der Gesamtproduktion. Die 2‘570 grössten Milchproduzenten mit einer Menge von über 300‘000 kg tragen bereits über einen Drittel oder 1‘230‘915 Tonnen (37.4 Prozent) zur Jahresproduktion bei.

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