4.09.2016 06:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
Kieler Rohstoffwert Milch erneut gestiegen
Die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben sich im August erneut verbessert und den daraus theoretisch abgeleiteten Milchpreis den fünften Monat in Folge steigen lassen.

Wie aus aktuellen Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0% Fett und 3,4% Eiweiss im vergangenen Monat bei 27,5 Cent (30 Rp./kg). Im Vergleich zum Juli erhöhte sich der kalkulierte Milchwert damit um 2,4 Cent/kg (2,6 Rp./kg) oder 9,6%; das Vorjahresniveau wurde um 5,4 Cent/kg (5.9 Rp.) beziehungsweise 24,4 % übertroffen. Im März 2016 hatte der Wert noch knapp unter der Marke von 20 Cent/kg gelegen.

Grund für die jüngste Aufwärtsentwicklung des Rohstoffwerts war zum einen die Wertsteigerung von Milchfett. Den Kieler Marktanalysten zufolge legte der durchschnittliche Butterpreis gegenüber Juli um 32,30 Euro/100 kg oder 10,3 % auf 345,80 Euro/100 kg (378 Fr.) zu. Dadurch verbesserte sich die Verwertung der eingesetzten Rohmilch über die Fettkomponente um 1,5 Cent/kg auf 15,0 Cent/kg. Das war der höchste Wert seit zwei Jahren.

Das zweite Produkt für die Berechnung des Rohstoffwerts ist Magermilchpulver. Das Trockenmilcherzeugnis wurde im August mit einem Durchschnittspreis von 178,60 Euro/100 kg gehandelt (195 Fr.), was im Vergleich zum Juli 8,50 Euro/100 kg oder 5,0 % mehr waren. Umgerechnet auf die in der Pulverherstellung eingesetzte Rohmilch ergab sich eine um 0,9 Cent/kg auf 13,9 Cent/kg verbesserte Verwertung.

Beide Wertkomponenten zusammengefasst belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im August dieses Jahres auf 28,9 Cent/kg (31,6 Rp.). Nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe theoretisch einen Wert von 27,5 Cent/kg. Tatsächlich bekamen die Milchbauern aber weniger ausgezahlt, da die Milchpreise erst mit Verzögerung den Entwicklungen an den Produktmärkten folgen, beispielweise weil die Molkereien noch bestehende längerfristige Lieferkontrakte mit schlechteren Konditionen erfüllen müssen.

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