3.08.2015 09:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Enttäuschung über Milchkrisengipfel
Enttäuscht über den „Milchkrisengipfel“, bei dem vorvergangene Woche die Spitzen des Österreichischen Bauernbundes und der Landwirtschaftskammer gemeinsam mit Agrarminister Andrä Rupprechter am Rande der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern über Lösungsmöglichkeiten diskutierten, hat sich die IG Milch gezeigt.

Die Situation der Milcherzeugerbetriebe in Österreich könne durch Exportoffensiven nicht verbessert werden, und auch das Ende der Sanktionen gegen Russland bringe keine Lösung auf Sicht, kommentierte der Obmann der IG-Milch, Ewald Grünzweil. Tatsache sei, dass seit dem Auslaufen der Milchquote die Preise ständig fielen. Österreich produziere mit zu wenigen Betrieben, aber zu vielen, zu hoch gezüchteten Kühen zu viel Milch in einem gesättigten Markt, so Grünzweil.

Jede andere Branche reagiere bei Überschüssen mit einer Drosselung der Produktion. Nur bei der Milch animiere man die Produzenten, bei sinkenden Preisen mehr zu produzieren. Der Obmann forderte Molkereien und Bauern auf, sich auf schnellstem Weg an einen Tisch zu setzen, um das Marktgleichgewicht wiederherzustellen. Eine Drosselung der Produktion würde durch eine Stabilisierung des Preises nicht nur den Landwirten guttun, sondern wäre auch gesund für die Kühe.

Noch vor dem Milchgipfel hatte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), Helmut Petschar, wirksame Entlastungsmassnahmen für den heimischen Milchmarkt verlangt. Minister Rupprechter sei gefordert, auf EU-Ebene eine Anpassung des Interventionspreises und einen Verzicht auf die Erhebung der Superabgabe für das abgelaufene Milchwirtschaftsjahr durchzusetzen.

Es sei den österreichischen Milchverarbeitern gelungen, die Preisrückgänge am heimischen Markt etwas abzufedern, erklärte Petschar. Trotz höherer Kosten der Molkereien lägen die Produztentenpreise in Österreich über den Vergleichswerten aus Deutschland oder dem EU-Durchschnitt. Rupprechters Aufforderung an die Molkereien, die Exporte nach China zu steigern, sind für Petschar nicht nachvollziehbar. Die Exportquote der heimischen Milchwirtschaft betrage etwa 50 Prozent, und die Märkte würden nach den bestmöglichen Verwertungen ausgewählt.

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