13.08.2015 14:31
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
EMB: Kein Marktentlastung durch Export
Das MEG Milch Board hat sich gegen die vom deutschen Agrarminister Christian Schmidt favorisierte Exportorientierung der Milchindustrie zum Abbau von Milchüberschüssen auf dem heimischen Markt ausgesprochen.

Die Organisation reagierte vergangene Woche auf ein Interview des Ressortschefs in der Tageszeitung „Die Welt“ und erinnerte ihn „an seine Verantwortung gegenüber den Milchbauern in sozialer, marktwirtschaftlicher und umweltpolitischer Hinsicht“. Der Verein forderte den Minister auf, das dringend Notwendige zu tun, um den Milchbauern zu einem angemessenen Einkommen zu verhelfen. Dies fordere auch der Vertrag über die Arbeitsweise der EU (AEUV).

Dass der Export das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage regeln soll, geht laut Milch Board an der Wirklichkeit vorbei: China baue nämlich seine eigene Milchproduktion auf - im Übrigen mit Hilfe der EU. Die Ausfuhr der Milchprodukte ins „Reich der Mitte“ werde deshalb auch in Zukunft eine marginale Rolle spielen, zumal der Milchpulverexport dorthin eine ziemlich vernachlässigbare Grösse darstelle.  Auch die vom Minister erhofften Marktchancen im Iran seien fragwürdig. Darüber hinaus habe Schmidt das russische Einfuhrembargo für Molkereiprodukte mit zu verantworten.

Unklar sei, welchen Exportmarkt der Ressortchef favorisiere und wie er die Ausfuhren fördern wolle. Alternative Wege würden nicht ins Auge gefasst, kritisierte die Organisation und bekräftigte einen ihrer eigenen Lösungsvorschläge: Demnach sollte die Andienungspflicht der Landwirte gegenüber den Molkereiunternehmen reformiert oder beseitigt werden. Auf diese Weise könne auch Genossenschaftsmitgliedern der Weg in den Wettbewerb geebnet werden. Ausserdem sei das Angebot der Milchbauern zu bündeln.

Diese Strategie hatte auch Agrarminister Schmidt gegenüber „Die Welt“ genannt. Seiner Ansicht nach sollte es zudem Ziel der Milchwirtschaft sein, nur so viel Milch zu produzieren, wie abgesetzt werden kann. China bleibe auf lange Sicht ein interessanter Exportmarkt. Ausserdem ergäben sich durch den steigenden Bedarf der wachsenden Weltbevölkerung gute Absatzchancen. Exporterstattungen erteilte Schmidt allerdings eine Absage.

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