9.10.2015 14:42
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Warnung vor Strukturbruch bei Milch
Einen Kurswechsel in der Milchpolitik in Deutschland fordern 21 Organisationen und Verbände aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Umwelt- und Tierschutz sowie Entwicklungszusammenarbeit.

In einem Offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der vergangene Woche anlässlich der Agrarministerkonferenz in Fulda bekannt gemacht wurde, werden insbesondere Massnahmen für eine kurzfristige Mengenreduzierung auf dem Milchmarkt gefordert.

Aus den fast 900 Mio. Euro (981 Mio. Fr.) an Superabgaben sei ein Bonus für diejenigen Milcherzeuger zu finanzieren, die ihre Milchproduktion kurzfristig um mehrere Prozent reduzieren, heisst es in dem Brief, der stellvertretend vom Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Martin Schulz, dem Vorsitzenden vom Bund für Umweltund Naturschutz Deutschland (BUND), Prof. Hubert Weiger, und dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, unterzeichnet wurde.

Mit Nachdruck warnen die Verbände vor einem „dramatischen Strukturbruch“ in der deutschen Milcherzeugung. Die Milchviehhaltung werde sich in Folge der derzeitigen Krise noch stärker auf Grossbestände und wenige Regionen konzentrieren. Die Weidehaltung werde grossflächig verschwinden. Scharfe Kritik wird an der Exportorientierung der hiesigen Milchwirtschaft geübt, die „entwicklungspolitisch verheerend“ sei. Minister Schmidt müsse daher zu einem „gesellschaftlichen Milchgipfel“ anstatt zu einem Exportgipfel einladen.

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