14.10.2020 16:57
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Butter: Weitere 500 Tonnen Import
In der Schweiz gibt es weiterhin zu wenig Butter. Dies geht aus einem Gesuch der Branchenorganisation Milch (BOM) hervor. Sie will weitere 500 Tonnen Butter importieren. Noch im September ging die BOM nicht von weiteren Einfuhren aus.

Seit Anfang Jahr gibt es in der Schweiz zu wenig Butter. Der Bedarf hierzulande beträgt rund 43'000 Tonnen.

Im Juli ging die BOM nicht von weiteren Importen aus

Um die Lücken zu schliessen, hat die Branche beschlossen, Butter zu importieren. Insgesamt wurden beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bisher Butterimporte in der Höhe von rund 2800 Tonnen beantragt. Die Kontingente wurden auch bewilligt. 

1000 t Importe wurden im April bewilligt, 900 t Importe wurden bereits früher in die Wege geleitet. Im Frühsommer wurden weitere 1800 Tonnen beantragt. «Für eine sichere Inlandversorgung braucht es ein etwas grösseres Lager als nur das Minimum. Werden nur 1300 t importiert, besteht die Gefahr, dass in der Weihnachtszeit, wenn Butter das Guetzli-Backen besonders gefragt ist, das Lager bereits wieder leer ist», teilte die BOM im Juli mit.

Mit den 2800 Tonnen Mengen sei die Versorgung gewährleistet, versicherte die Branchenorganisation Milch (BOM) im Mitte Juli. Doch dieses Versprechen kann die BOM nun nicht halten. «Es hat sich gezeigt, dass diese Mengen für eine sichere Versorgung von Butter im Inland nicht ausreichen», heisst es in einer Mitteilung von Mittwoch.

Die Butter kommt aus der EU. Der Importeur der Butter ist frei, einen Hersteller im Ausland auszuwählen, es dürfte auch nicht alle importierte Butter vom gleichen Lieferanten kommen.

Absatzmengen steigen

«Bis im September 2020 war die Branche davon ausgegangen, dass die Schweizer Produktion zusammen mit den getätigten Importen für den Rest des Jahres ausreicht», hält die BOM fest. Doch die Situation hat sich offenbar nicht verbessert. Die Einschätzung, dass es keine Importe mehr benötige, sei zu optimistisch gewesen.

In den vergangenen Wochen bewegte sich gemäss BOM der Butterabverkauf stabil auf hohem Niveau. Zudem erwarten Marktexperten aufgrund der wieder anziehenden Covid-19-Situation für die kommenden Monate zunehmende Absatzmengen im Inland. Dies deshalb, weil der Konsum zuhause zunehmen und der Einkaufstourismus abnehmen werden. Dies führt gemäss der Branchenorganisation zu «wesentlich» höheren Butterverkäufen im Inland,

500 Tonnen für Weihnachten

Die von der BOM eingesetzte Arbeitsgruppe hat deshalb ein Gesuch für eine weitere Tranche im Umfang von 500 Tonnen beantragt. Die Einschätzung, dass weitere Importe nötig sind, wurde von einer grossen Mehrheit der Arbeitsgruppe geteilt.

Glaubt man den Ausführungen der BOM, handelt es sich um das letzte Gesuch. Denn weiter heisst es: «Mit den zusätzlichen 500 Tonnen soll die Verfügbarkeit von Butter in der Schweiz für die Weihnachtszeit sichergestellt werden.»

Schweizer Butter ab Oktober

Auf der Website diebutter.ch heisst es, dass Butter dieser Marke ausschliesslich aus Schweizer Kuhmilch hergestellt und keinerlei Zusatzstoffe enthält. Nun wurde ein Hinweis platziert: «Aktuell wird Die Butter für kurze Zeit aus Importbutter hergestellt. Die momentan produzierte Menge an Schweizer Butter reicht nicht aus, um die Nachfrage decken zu können. Dies ist auf die saisonal tiefe Butterproduktion, den in den letzten Monaten gestiegenen Butterabsatz (Leute haben sich vermehrt zu Hause verpflegt) und den reduzierten Einkaufstourismus zurückzuführen.» Ab Oktober werde «Die Butter» voraussichtlich wieder aus Schweizer Produktion stammen, heisst auf der Website.

Verpackung sorgt für Ärger

Die Importbutter sorgte in den vergangenen Wochen für rote Köpfe. Dass diese Butter in derselben Verpackung verkauft wie jene der Marke «Die Butter», sorgt für viel Wirbel und für Verärgerung. 

Denn den meisten Konsumenten dürfte nicht bewusst sein, dass in der Verpackung ausländische Butter steckt. Zwar fehlt das Schweizer Kreuz auf der Vorderseite. Auf der Rückseite der Butterverpackung ist zwar der Aufdruck «Herkunft EU» aufgedruckt. Doch die Aufschrift «Hergestellt in der Schweiz» wird gleichzeitig weiterverwendet.

Die Verpackung rund um die Importbutter hat auch Bundesbern erreicht. Drei Nationalräte gelangten in der Fragestunde an die Landesregierung. Sie fragten den Bundesrat, ob diese Verpackung nicht irreführend sei. 

Bundesrat: Verpackung ist korrekt

Der Bundesrat hielt in seiner Antwort fest, dass die Verpackung der importierten Butter, wie sie zurzeit erhältlich ist, korrekt gekennzeichnet ist. «Bei verarbeiteten Lebensmitteln darf anstelle des Produktionslands ein übergeordneter geographischer Raum angegeben werden. Damit ist die Angabe «Hergestellt in der EU» korrekt und informiert die Konsumenten klar über deren Herkunft», machte die Regierung deutlich.

Dass die Importbutter nicht in die Verarbeitung floss, liegt an der Swissness-Regel. «Die Lebensmittelindustrie kann den notwendigen Anteil an Schweizer Rohstoffen für ihre Lebensmittel sonst nicht erreichen», hielt der Bundesrat fest.

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