27.11.2017 07:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Ziel: Klimaneutrale Fleischproduktion
Die einflussreiche Absatz- und Marketingorganisation „Meat and Livestock Australia“ (MLA) hat bei ihrer Jahresversammlung vergangene Woche in Alice Springs ein ehrgeiziges Ziel ausgerufen: Bis 2030 soll in Australien die Erzeugung von Rotfleisch, das umfasst Rinder und Schafe, klimaneutral werden.

„Mit dem Engagement der Industrie sowie den richtigen politischen Rahmenbedingungen und Investitionen in Forschung, Entwicklung und Anwendung
kann das gelingen und Australien zum ersten CO2-neutralen Rotfleischexporteur der Welt werden“, zeigte sich MLA-Geschäftsführer Richard Norton überzeugt.

Innovationen und Farmmanagement

Er wies darauf hin, dass sich der Anteil der Fleischbranche an den gesamten Treibhausgasemissionen des Landes von 2005 bis 2015 bereits von 20% auf 13% verringert habe. Schon vor längerem sei ein Forschungsprojekt gestartet worden, um Wege für eine weitere Minderung der Treibhausgase zu erreichen. Bisherige Ergebnisse zeigten, dass dies durch Innovationen und das Farmmanagement möglich sei, beispielsweise über den Einsatz von Leguminosen und Mistkäfern in Weidesystemen, das Brandmanagement in Savannen, die Fütterung und das Vegetationsmanagement, die Genetik der Tiere und einen Impfstoff zur Reduzierung der Methanproduktion im Pansen.

Nicht nötig sei hingegen ein Übermass an staatlicher Regulierung, so Norton. Der Weg zur Klimaneutralität würde zudem Vorteile für die Produzenten und die gesamte Branche bringen. Dazu zählten eine erhöhte Produktivität in der roten Fleischindustrie, zusätzliche landwirtschaftliche Einnahmen aus Klimaschutzprojekten und für die Konsmuenten eine Garantie für eine nachhaltige und umweltgerechte Erzeugung.

Synthetischem Rindfleisch trotzen

„Es gibt klare Marktsignale aus unseren hochwertigen internationalen Märkten, dass Emissionen aus der Tierproduktion, darunter Treibhausgase, ein Problem für die Konsumenten sind“, berichtete Norton. Gleichzeitig würden globale Unternehmen und Investoren grosse Summen in Projekte zur Herstellung von synthetischem Rindfleisch aus dem Labor stecken, um zu versuchen, den Konsumentenwünschen beim Umwelt- und Tierschutz zu entsprechen.

Die MLA sei deshalb der Überzeugung, dass eine klimaneutrale Erzeugung sicherstelle, dass sich australisches Rotfleisch von Billigkonkurrenten und künstlichen Alternativen unterscheide. Zudem könnten mit Qualität und ethisch beziehungsweise ökologisch nachhaltigen Produktionssystemen Marktanteile in den Hochpreismärkten gehalten werden.

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