1.02.2015 16:37
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Wolf als Wendegewinner
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist auf den heute dort zu findenden Staatsgebieten die Zahl der Wölfe gestiegen, während die Bestände anderer Großwildarten zurückgegangen sind.

Das haben Datensätze über Schneespuren aus den Jahren 1981 bis 2010 ergeben, die ein Forscherteam aus Deutschland, Russland und den USA analysiert hat. Wie die Humboldt-Universität Berlin als beteiligte Hochschule in der vergangenen Woche mitteilte, wuchs die Wolfpopulation bis 1995 gegenüber dem Jahr 1981 sogar um 150 %. Dagegen seien die Bestände der anderen betrachteten Populationen von Braunbär, Elch, Luchs, Reh, Rothirsch, Rentier und Wildschwein zurückgegangen.

Mitautor Tobias  Kümmerle wies darauf hin, dass Wölfe während der Sowjetzeit verfolgt worden seien. Ihre Bejagung und die dazugehörige Prämie seien aber nach 1991 eingestellt worden. Die Population habe sich daher trotz politischer und sozioökonomischer Umwälzungen erholen können. Der Wolf könne in diesem Kontext als „Gewinner der Wende“ bezeichnet werden, so Kümmerle. Den Rückgang der anderen Populationen begründet der Wissenschaftler mit Überjagung und Wilderei. Die 90er Jahre in Russland seien von zunehmender Armut, wenig staatlicher Kontrolle und Einschnitten bei den Ausgaben für den Naturschutz gekennzeichnet gewesen. Nach dem Jahr 2000 hätten sich die Bestände fast aller untersuchten Wildtierarten aber erholen können, mit Ausnahme des Luchses. M

itautorin Maria  Piquer-Rodriguez hob hervor, dass die politische Wende auch zu einer großflächigen Stilllegung von Acker- sowie Weideflächen geführt habe. Zudem sei ein Großteil der Landbevölkerung in die Städte gezogen. Als Folge habe es in vielen Teilen Russlands mehr Habitate und weniger Konflikte mit der Landbevölkerung gegeben.

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