4.08.2013 06:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Trockenheit
Wien will dürregeschädigten Landwirten helfen
Nachdem bereits der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski , Hilfe für die von der extremen Witterung geschädigten Bauern in der Alpenrepublik verlangte, hat der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, Jakob Auer, dieser Forderung Nachdruck verliehen.

Hitze und Dürre nach der katastrophalen Flut machten der Landwirtschaft zu schaffen, erklärte Auer in einer Pressemitteilung. Vor allem in Regionen, in denen weitere Heuernten in diesem Jahr ausfielen, kämen die Tierhalter schnell in eine finanzielle Notlage. Daher brauchten Bauern, die wegen der Futterknappheit teure Tiernahrung zukaufen müssten, jetzt dringend Hilfe aus dem Katastrophenfonds.

Zudem sollte das Futter auf Brachflächen und Blühstreifen freigegeben werden, um Engpässe zu überbrücken. Aber auch Ackerbauern seien bei Mais oder Soja in Bedrängnis, beklagte Auer. Österreichs Landwirtschaftsminister Nikolaus  Berlakovich  stellte bereits Hilfe in Aussicht. „Wir wollen den betroffenen Bauern so rasch und effektiv wie möglich helfen“, stellte der Ressortchef klar. Das Ziel sei die Existenzsicherung der bäuerlichen Betriebe. Dazu habe sein Ministerium bereits Kontakt mit der EU aufgenommen, um eine Freigabe von Blühstreifen und Biodiversitätsflächen als zusätzliche Futterquelle für die Tierhalter zu erreichen. Auch eine Hilfe aus dem Katastrophenfonds sollte ermöglicht werden, wie dies auch in vergangenen Jahren geschehen sei.

Berlakovich hat nach eigenen Angaben eine Umfrage in den Bundesländern gestartet, um Klarheit über das Ausmaß der Schäden zu erhalten. Man könne aber schon jetzt absehen, dass die Voraussetzungen für die diesjährige Ernte wegen der Hitzeperiode sehr schwierig seien. Auer unterstützt die Anstrengungen von Minister Berlakovich, bei der EU-Kommission Ausnahmeregelungen geltend zu machen. Der Bauernbund-Präsident hob hervor, dass sich die Wetterextreme in den letzen Jahren spürbar verschlimmert hätten. Rund 80 % des Ertrages in der Landwirtschaft seien wetterabhängig. Für die Zukunft hält Auer daher den Ausbau von Versicherungen bei Ernteausfall sowohl beim Grünland als auch im Ackerbau für notwendig. Die aktuellen Elementarereignisse zeigten einmal mehr, dass Österreich einen großen Verbesserungsbedarf bei den Ernteausfällen und vor allem bei den Risikoversicherungen habe.

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