7.02.2013 07:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Grossbritannien
Widerrechtlich erzeugtes Schweinefleisch - Unternehmen am Internet-Pranger
In Grossbritannien, wo die seit dem 1. Januar EU-weit geltende Gruppenhaltungspflicht für Sauen bereits flächendeckend eingehalten wird, drängt der Schweinehalterverband (NPA) darauf, dass der Handel nur noch Fleisch von Tieren anbietet, deren Haltung EU-konform ist.

Dazu führt der NPA unter der Adresse www.npa-uk.org.uk die Firmennamen von Lebensmitteleinzelhändlern, Lebensmittelherstellern, Verarbeitern und Restaurants auf, die dem Verband nicht zusichern, dass sie kein widerrechtlich erzeugtes Import-Schweinefleisch vermarkten. Gemeint ist damit Fleisch von Tieren aus solchen Ländern der Europäischen Union, die die Gruppenhaltungspflicht für Sauen noch nicht in allen landwirtschaftlichen Betrieben durchgesetzt haben.

Illustre Liste

Die ausgedruckte NPA-Liste füllt etwa vier Seiten im A4-Format. Am Mittwoch vergangener Woche waren unter den genannten Supermarktketten beispielsweise Tesco, Asda, Waitrose, Aldi, J. Sainsbury und Morrisons.

Als Verarbeiter standen unter anderem die niederländische Vion Food Group und Tulip Foods, ein Tochterunternehmen des dänischen
Fleischkonzerns Danish Crown, am Pranger. Unter den aufgeführten Restaurants waren Branchengrössen wie McDonald’s und Burger King.

„Unfaire“ Handelspraxis

Die Internetseite enthielt ausserdem eine relativ kurze Liste mit überwiegend weniger grossen Unternehmen, die auf eine E-Mail-Anfrage des NPA hin die ausschliessliche Vermarktung von legal gehaltenen Tieren versprochen hatten. Nach den Berechnungen der Vereinigung werden auf dem Kontinent bis zu 40'000 illegal erzeugte Schweine pro Stunde zur Verarbeitung angeliefert.

„60 % des verarbeiteten Schweinefleischs in Grossbritannien sind importiert. Deshalb ist kaum zu verhindern, dass viele Konsumenten den europäischen Handel mit widerrechtlich gehaltenen Schweinen unwissentlich unterstützen“, erklärte die NPA-Managerin Zoe Davies. Den Konsumenten müsse gesagt werden, welchen britischen Unternehmen sie trauen könnten. Die derzeitige Praxis ist laut NPA eine schwerwiegende Verletzung von Tierschutzvorschriften, handelsverzerrend und somit unfair gegenüber Konsumenten und britischen Landwirten.

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