13.04.2013 14:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Fleischskandal
Verdächtiger verarbeitete vielleicht Fleisch tausender Pferde
Der Hauptverdächtige im niederländischen Fleischskandal hat möglicherweise das Fleisch von tausenden Pferden mit Rindfleisch vermischt.

In 20 Prozent der untersuchten Proben aus dem Fleischgrosshandel  Willy Selten sei Pferdefleisch gefunden worden, sagte der  Generalinspektor der niederländischen Kontrollbehörde für  Lebensmittel, Harry Paul, am Freitagabend im niederländischen  Fernsehen. «Wir schliessen nicht aus, dass es um tausende Pferde  geht.»

Bei den nun zurückgerufenen 50'000 Tonnen Fleisch sei unbekannt,  ob es kontrolliert worden sei, Reste von Medikamenten enthalte oder  von kranken Tieren stamme, sagte der Generalinspektor. Da der  Unternehmer die Herkunft seiner Ware seit 2011 nicht nachweisen  konnte, hatte die Behörde die gesamte Produktion von zwei Jahren aus  insgesamt 16 europäischen Ländern zurückgerufen, darunter auch aus  Deutschland.

Der Anwalt des Unternehmers wies die Vorwürfe zurück. Es sei nur  einmal versehentlich, Pferd mit Rind vermischt worden. «Willy Selten  hat einen tadellosen Ruf», sagte der Anwalt Frank Peters dem TV- Sender NOS.

Er hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Rückrufaktion  beantragt und fordert von der Kontrollbehörde Schadenersatz in Höhe  von 5,8 Millionen Euro. Selten, der sich seit Februar nicht mehr  öffentlich geäussert hat, ist nach den Worten seines Anwaltes  psychisch schwer angeschlagen.

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