9.02.2015 10:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
USA: Hafenstreik beeinträchtigt Fleischwirtschaft
Ein bereits seit neun Monaten schwelender Konflikt zwischen dem Reedereiverband und der Hafenarbeitergewerkschaft hat an der US-Westküste in den letzten Wochen zu einem spürbaren Rückgang der Frachtumschläge in den Häfen geführt.

Medienberichten zufolge bekommen die negativen Auswirkungen zunehmend auch die Exporteure von Agrargütern zu spüren. Wie ernst die Lage ist, zeigt ein von 84 Kongressabgeordneten Anfang Februar verschickter Brief an die Konfliktparteien, in dem dringend zu einer Lösung aufgerufen wird.

Das gleiche Ansinnen hatten nach Angaben des US-Verbandes der Schweinefleischproduzenten (NPPC) auch 92 Unternehmen und Verbände der amerikanischen Agrar- und Ernährungswirtschaft, die bereits Ende Januar in einem offenen Brief zu einer Einigung aufriefen. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass sich durch den Arbeitskonflikt tausende von Frachtcontainern mit landwirtschaftlichen Produkten in den Häfen aufgestaut hätten.

Laut NPPC befinden sich darunter auch viele für den Export bestimmte verderbliche Waren wie Schweinefleisch. Teilweise hätten Güter bereits vernichtet oder mit Abschlägen am heimischen Markt abgesetzt werden müssen. Auch deshalb sei der Preis für Schweinefleisch seit November um 20% gesunken. Nach Schätzungen des Verbandes verliert die US-Fleischwirtschaft durch die verzögerte Abfertigung in den fast 30 Häfen an der Westküste wöchentlich rund 30 Mio. USD (27,7 Mio. Fr.).

Betroffen sei insbesondere die Ausfuhr nach Asien. Aber nicht nur bei Fleisch, sondern auch bei Getreide sollen die Preise durch den Bummelstreik unter Druck geraten sein. Bei der Verladung von Containern gebe es mittlerweile einen Zeitverzug von zwei Monaten, berichteten Marktteilnehmer. Es käme zu Abbestellungen und Preisrücknahmen der Exporteure, die die Ware nicht verschiffen könnten.

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