5.05.2014 10:36
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
USA: Beim Mais drohen Ertragseinbussen
In den Vereinigten Staaten könnte der Klimawandel zu einem spürbaren Rückgang der Maisproduktion führen. Einer aktuellen Studie des Instituts für Lebensmittelsicherheit und Umwelt an der Stanford Universität zufolge droht in den nächsten 50 Jahren ein Absinken der Maiserträge im Mittleren Westen um 15%.

Sollten die Sorten noch sensibler gegen Hitze werden, seien sogar Ertragsausfälle von bis zu 30% beim Mais möglich, so die Studienautoren. Der Agrarökologe David Lobell stellte zu der Arbeit fest, dass der Maisgürtel in den USA „phänomenal produktiv“ sei. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien aber nur noch geringste Ertragszuwächse bei nicht bewässertem Mais unter heissesten Bedingungen erreicht worden.

Heisse Luft sorgt für Stress

Das lege nah, dass die Landwirte an die Ertragsgrenzen gestossen seien, die unter solchen Bedingungen möglich seien. Die analysierten Daten zeigten klar, dass der Trockenstress für Mais und Soja teilweise von Niederschlagsmangel komme, jedoch noch mehr von heisser und trockener Luft. Pflanzen müssten Wasser abgeben, um den Kohlenstoff aus der Luft zu ziehen und zu wachsen. Der Nutzen aus diesem Handel sei wenig vorteilhaft, wenn es heiss sei, erklärte Lobell.

Wie in der Studie berichtet wird, verfügen die neuen Maissorten in den USA unter anderem über ein besseres Wurzelwerk und Resistenzen gegen Erdschädlinge. Beides habe es den Landwirten ermöglicht, den Mais enger auszusäen und so die Erträge in normalen Jahren stetig zu steigern. Unter trockenen Bedingungen leide der enger ausgesäte Mais aber unter grösserem Stress und bringe deshalb weniger Ertrag.

Sojabohnen weniger empfindlich

Die Sojabohnen, bei denen sich der Aussaatreihenabstand nicht verändert habe, zeigten keine wachsende Empfindlichkeit gegenüber Trockenheit, heisst es in der Studie. Lobell betonte, die jüngsten Ertragszuwächse seien insgesamt eine gute Nachricht. Die Ernteerträge sind dem Agrarökologen zufolge aber in zunehmende Masse auf gute Wetterverläufe angewiesen.

Die negativen Auswirkungen von Hitze und Trockenheit auf die Maissorten nähmen in einer Zeit zu, in der zu erwarten sei, dass der Klimawandel mehr zu solchen Wetterbedingungen führe. Das Team von Lobell analysierte im Rahmen der Studienarbeit mehr als 1 Million Daten aus den Ernteversicherungsaufzeichnungen des US-Landwirtschaftsministeriums.

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