22.03.2017 11:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
«Unsere Armee isst regional»
Unter dem Motto „Unser Heer isst regional“ soll in Österreich der Anteil regionaler Lebensmittel bei der Verpflegung der Soldaten gesteigert werden. Dazu haben Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil vergangene Woche in Wien einen gemeinsamen Arbeitsplan präsentiert.

Angestrebt wird nach Angaben des österreichischen Landwirtschaftsministeriums unter anderem, die Verwendung von Fertigprodukten zu verringern, mehr Produkte aus biologischer Landwirtschaft zu verarbeiten und die Herkunftsangaben bei den Ausgabestellen zu präzisieren.

Ausserdem werde das Pilotprojekt „Qualitätsmanagement“ gestartet, um sicherzustellen, dass die gelieferten Produkte auch den Ausschreibungskriterien entsprechen. Rupprechter wies darauf hin, dass bereits jetzt 72% der Lebensmittel für die Verpflegung des Militärs aus regionaler Produktion stammten und nach dem Bestbieterprinzip angekauft würden.

„Das ist ein starkes Bekenntnis zur österreichischen Landwirtschaft, sichert heimische Arbeitsplätze, schont das Klima und hält die Wertschöpfung in den Regionen“, so der Minister. Der Ressortchef erinnerte daran, dass öffentliche Einrichtungen seit März 2016 dazu verpflichtet seien, bei der Beschaffung von Milch, Butter, Fleisch und Eiern sowie Obst und Gemüse das Bestbieterprinzip statt des Billigstbieterprinzips anzuwenden.

Laut Rupprechter versorgen insgesamt 57 Lieferanten das Bundesheer mit Lebensmitteln. Die Küchen des Heeres produzierten rund 21'500 Tagesportionen für die Soldaten. Dafür würden pro Jahr unter anderem 3,4 Millionen Semmeln und 450 t Fleisch verbraucht. Diese stammten bereits zu 100% aus Österreich.

Erfreut über die Ankündigung der beiden Minister zeigte sich der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Hermann Schultes. Er wies darauf hin, dass die Kammer die Initiative „Gut zu wissen“ gestartet habe, mit der die Herkunft des Essens in der Gemeinschaftsverpflegung sichtbar gemacht werden solle. „Immer mehr Menschen legten Wert auf eine bewusste Ernährung und wollten wissen, woher die Lebensmittel stammten.

„Jeder, der darauf angewiesen ist, dass ihm ein anderer sein Essen serviert, soll auch die Information haben, woher das Fleisch oder die Eier stammen“, so der Kammerpräsident.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE