14.06.2017 11:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
Tofu darf nicht Käse heissen
Vegane Produkte dürfen nicht unter Namen wie «Pflanzenkäse» oder «Tofubutter» verkauft werden. Das hat der EU-Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Mittwoch entschieden.

Die höchsten Richter der EU verwiesen auf Regelungen im europäischen Recht, wonach die Bezeichnung «Milch» Produkten vorbehalten ist, die aus der «normalen Eutersekretion» von Tieren gewonnen werden. Das Gleiche gilt für Begriffe wie «Rahm», «Sahne», «Butter», «Käse» oder «Joghurt».

Wenige Ausnahmen


Ausnahmen von dieser Regelung gibt es im EU-Recht nur wenige. Insgesamt 21 «milchig» klingende Produkte, die aber nicht aus Eutern kommen, stehen auf einer besonderen Liste, nach Sprachgruppen geordnet.

Das führt dazu, dass «Latte di mandorla» zwar in Italien verkauft werden darf, aber Mandelmilch nicht in Deutschland. Hingegen gibt es in Deutschland Ausnahmen für Kokosmilch, Erdnussbutter, Leberkäse oder Butterbohnen. Dabei handelt es sich also meist um traditionelle Erzeugnisse. Eine weitere Ausnahme gibt es etwa auch für den englischen Begriff «cream», der neben «Sahne» oder «Rahm» auch «Creme» bedeute kann.

Klarheit für Konsumenten


Hintergrund ist eine Klage gegen das deutsche Unternehmen Tofutown im Auftrag von Wettbewerbern. Tofutown stellt rein pflanzliche - also vegane - und vegetarische Produkte her. Das Unternehmen vertreibt diese unter Namen wie «Veggie-Cheese» oder «Cream» (Rahm), weist dabei aber immer auch auf den pflanzlichen Ursprung hin.

Ohne Erfolg hatte Michael Beuger, Anwalt von Tofutown argumentiert, der Konsument wisse, «dass er eine pflanzliche Alternative zu einem klassischen Tierprodukt kauft, wenn das Produkt als »veggie«, vegetarisch, vegan oder pflanzlich gekennzeichnet ist oder direkt der Pflanzenname wie Mandelmilch oder Sojamilch vorangestellt ist».

Die Richter in Luxemburg überzeugte das Argument jedoch nicht. Eine Verwechslungsgefahr für Konsumentinnen und Konsumenten könne nicht ausgeschlossen werden, schrieben sie. Die EU-Regelungen seien sinnvoll: Sie schafften Klarheit und faire Bedingungen für Erzeuger, Händler sowie Konsumenten und stellten gleiche Qualitätsstandards sicher.

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