8.08.2013 16:22
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Grossbritannien
Strengere Regeln für britische Milchproduzenten
Landwirte, deren Kühe Milch für Produkte mit dem britischen Herkunftslabel „Roter Traktor“ erzeugen, müssen ab Oktober 2013 strengere Anforderungen erfüllen. Die Neuerungen im Rahmen des Qualitätssicherungssystems (Red Tractor Assurance - RTA) betreffen vor allem Tierwohlaspekte.

Damit reagiert der Zeichengeber (Assured Food Standards -ASF) eigenen Angaben zufolge auf Forderungen von Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel. Wie ASF ankündigte, muss ein Tierarzt ab dem Stichtag die Dokumentation des Gesundheitszustandes der Herde jährlich kontrollieren und den Landwirt bei der Formulierung eines entsprechenden Gesundheitsplans beraten.

Journal bei Lahmheiten

Ausserdem soll der Milchbauer alle sechs Monate die Mobilität der Tiere nach einem Vierpunkteschema dokumentieren, wobei er das Ausmass von Lahmheiten zu erfassen hat. Je nach erreichter Punktzahl empfiehlt das Bewertungsformular entsprechende
Gegenmassnahmen. Diese Massnahme ist zwar zunächst noch freiwillig, soll aber dem Zeichengeber zufolge bald obligatorisch werden.

Auch Mastitis und Abgänge im Fokus

Wie ASF weiter ausführte, soll der Mobilitätsstatus der Kühe ab Oktober auch bei den im Achtzehnmonatsturnus stattfindenden Zertifizierungskontrollen erfasst werden. Ausserdem seien die allgemeine körperliche Verfassung, Verletzungen und Schwellungen sowie die Sauberkeit der Tiere im Rahmen von Stichproben zu überprüfen und zu registrieren.

Dem erweiterten Lastenheft zufolge müsse der Kontrolleur auch die Häufigkeit von Mastitiserkrankungen, die Mortalitätsrate und Notschlachtungen aufzeichnen. Dabei könne er auf den mit Hilfe des Tierarztes aufgestellten Gesundheitsplan zurückgreifen.

Weniger Kontrollen als Ziel

Die Neuerungen sollen dem Zeichengeber zufolge unter anderem dazu beitragen, weitere zeitraubende Kontrollen möglichst zu vermeiden. Wenn beispielsweise die allgemeine körperliche Verfassung der Kühe zufriedenstellend sei, könne der Kontrolleur auf eine Überprüfung des einzelbetrieblichen Futterplanes verzichten.

Darüber hinaus wird mittelfristig eine Leistungssteigerung der Herden als Folge des verbesserten Gesundheits- und Tierwohlstatus erwartet.

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