30.06.2013 15:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Lebensmittelskandale
Strengere Regeln für Babynahrung in China
Die chinesische Regierung will mit strengeren Handels- und Produktionsvorschriften die Lebensmittelsicherheit für Säuglingsnahrung auf Milchpulverbasis verbessern.

Wie die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte, wurde ein entsprechendes Rundschreiben von mehreren Ministerien und staatlichen Überwachungsbehörden am 20. Juni in Umlauf gebracht. Dieses sieht unter anderem vor, dass sich alle ausländischen Lieferanten von Babymilchpulver für den chinesischen Markt vor dem 1. Mai 2014 bei den dafür zuständigen Aufsichtsbehörden registrieren lassen müssen und jegliche Warensendung eine Produktbeschreibung in chinesischer Sprache aufzuweisen hat. Zudem muss Presseberichten zufolge das Produkt noch mindestens drei Monate haltbar sein und darf nicht von Großgebinden in kleinere Einheiten für den Einzelhandel umgepackt werden.

Weniger minderwertige Waren

Mit diesen Maßnahmen will die chinesische Regierung vor allem die Einfuhr minderwertiger Ware eindämmen und bessere Überwachungsmöglichkeiten über die Warenströme erlangen; mehr als die Hälfte des verbrauchten Säuglingspulvers in der Volksrepublik stammt aus dem Ausland. Aber auch heimische Hersteller sind von den Neuregelungen betroffen, denn zukünftig dürfen die Unternehmen für ihre Produktion nur noch Milch von eigenen Farmen verwenden. Dies wird nach Einschätzung von Marktexperten einen kräftigen Strukturwandel auslösen und die Konzentration in der Branche vorantreiben, was von Regierungsseite durchaus gewünscht ist.

Viele Anbieter werden verschwinden

Laut Wang Dingmian von der Dairy Association of China verfügen lediglich 15 % der rund 120 heimischen Hersteller von Babymilchpulver über eigene Milchfarmen, so dass aus Kostengründen viele Anbieter aus dem Markt ausscheiden werden; die Schätzungen reichen von der Hälfte bis zu zwei Dritteln. Marktexperte Gao Fu vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hofft, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre die zehn größten Produzenten auf einen Umsatzanteil von zusammen 70 % kommen werden. Erst Mitte Juni war Yashili als achtgrößter Babynahrungsmittelproduzent Chinas mehrheitlich von dem führenden Molkereiunternehmen der Volksrepublik Mengniu übernommen worden, wofür laut Presseberichten rund 1,2 Mrd Euro gezahlt wurden.

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