5.12.2013 09:08
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp
Brasilien
Streit um Land - Krawalle in Brasilien
Bei Protesten hunderter brasilianischer Ureinwohner gegen Änderungen im Landrecht hat es am Mittwoch gewaltsame Zusammenstösse mit Sicherheitskräften gegeben. Etwa 500 Demonstranten versammelten sich in der Hauptstadt Brasília vor dem Dienstsitz von Präsidentin Dilma Rousseff.

Als einige von ihnen versuchten, in das Gebäude vorzudringen, in dem sich die Staatschefin aufhielt, setzten Wachleute Pfefferspray ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Die Ureinwohner wehren sich gegen einen geplanten Verfassungszusatz, der es erlauben soll, dass regionale oder örtliche an Stelle zentralstaatlicher Behörden über Landfragen im Zusammenhang mit geschützten Gebieten entscheiden können. Sie befürchten, dass ihre angestammten Gebiete aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus angetastet werden könnten.

Rund zwölf Prozent des brasilianischen Staatsgebiets sind derzeit Ureinwohnern zugeordnet. Von den etwa 200 Millionen Brasilianern sind weniger als 0,5 Prozent Ureinwohner. Sie gehören 305 Ethnien an.


Nach Mord an Guarani-Anführer Verdächtiger festgenommen

Nach dem mutmasslichen Mord an dem weltweit bekannt gewordenen Guarani-Anführer Ambrosio Vilhalva hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der Schwiegervater, Ricardo Mendes Quevedo, werde der Tat verdächtigt, teilte die brasilianische Polizei am Mittwoch mit.

Nach ersten Ermittlungen war demnach ein «Familienstreit» unter Alkoholeinfluss der Grund für die Bluttat. Quevedo sei in Polizeigewahrsam. Ein Richter müsse entscheiden, ob er bis zum Prozess auf freien Fuss komme, sagte der Polizeichef der Stadt Caarapo, Benjamin Lax.

Die Polizei im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Leiche des 52-Jährigen Vilhalva am Sonntag in der Ortschaft Guyra Roka, unweit der Grenze zu Paraguay, gefunden worden sei. Vilhalva wurde demnach erstochen.

Vilhalva wurde durch seine Rolle in dem Film «Birdwatchers» bekannt, in dem es um den Kampf der Ureinwohner um ihre Landrechte geht. Die Gruppe der heute noch lebenden Guarani wird auf rund 46'000 geschätzt. Nach Informationen von Menschenrechtsgruppen gibt es unter den Guarani ein hohes Mord- und Selbstmordrisiko. sda/afp

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