4.04.2018 14:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Handelsstreit
Strafzoll auch auf Sojabohnen
Im Handelsstreit mit den USA schlägt China mit gleicher Münze zurück. Das Finanzministerium in Peking kündigte am Mittwoch neue Zölle auf 106 US-Produkte im Gesamtvolumen von 50 Milliarden Dollar an.

So sollen zusätzliche 25 Prozent etwa auf Sojabohnen, Autos und chemische Produkte erhoben werden. Auch Whisky, Zigarren, Mais und Orangensaft sowie einige Flugzeugtypen sind demnach betroffen. Wann genau die neuen Zölle in Kraft treten, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden, hiess es im staatlichen Fernsehen.

China übt Kritik

Bereits am Montag hatte China Strafzölle auf US-Produkte im Wert von rund drei Milliarden Dollar verhängt. Die chinesische Regierung reagierte damit auf die von US-Präsident Donald Trump erlassenen Strafzölle auf Stahl und Aluminium. Die USA hatten daraufhin am Dienstag Abgaben von 25 Prozent auf 1300 chinesische Importgüter im Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar angekündigt. Der finanzielle Rahmen der neuen chinesischen Zölle ist damit genauso hoch wie bei den neuen US-Zollplänen.

China hatte die von den USA veröffentlichte Liste für Strafzölle auf chinesische Importwaren scharf kritisiert und bereits am Dienstag mit Gegenmassnahmen gedroht. Das Vorgehen der USA diene weder den chinesischen noch den Interessen der USA und «noch weniger den Interessen der Weltwirtschaft».

Handelsstreit spitzt sich zu

Die Liste, die das Büro des US-Handelsbeauftragten am Dienstag vorlegte, reicht von Chemiegütern bis hin zu Fernsehern, Fahrzeugen und Elektronik-Komponenten. Der Wert der Produkte spiegle den Schaden wider, der durch die «unzumutbare Politik des Technologietransfers» entstanden sei, hiess es zur Begründung.

Das Handelsdefizit mit China, das im vergangenen Jahr rund 300 Milliarden Dollar betrug, ist Trump ein Dorn im Auge. Die USA werfen China Dumpingpreise und andere unfaire Handelspraktiken sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor. China weist dies zurück. Der Streit zwischen Peking und Washington lässt weltweit die Sorge vor einem globalen Handelskrieg wachsen und belastet die Finanzmärkte.

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